von Jan Costin Wagner
Januar 2014 (Galiani), 320 Seiten
Kimmo Joentaa ermittelt wieder. Der deutsche Autor Jan Costin Wagner schreibt Krimis, die in Finnland spielen. Der Autor führt den Leser in drei Erzählstränge ein, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben.
Anfang Mai fällt in Finnland der letzte Schnee. Der Architekt Lasse Ekholm holt seine 11-jährige Tochter Anna vom Training ab. Auf der Rückfahrt wird Wagen wird von der Straße gedrängt, prallt gegen einen Baum und Anna kommt um.Der Schüler Untu plant einen Amoklauf. Er wird in der Schule gemobbt und misshandelt. Seine Schwester kümmert sich um ihn und sie bemerkt, dass sich ihr Bruder häufig in Internetforen aufhält. Sie loggt sich ebenfalls unter einem Pseudonym ein und macht eine schreckliche Entdeckung. In diesem Forum ist von einem Helden mit der Bezeichnung ABB die Rede. Es handelt sich um Anders Behring Breivik. Sie will ihren Bruder retten und ihn vom geplanten Amoklauf abhalten.
Der Banker Markus Sedin, Chef eines in Turbulenzen geratenen Investmentfonds, reist im Auftrag seiner Bank nach Ostende in Belgien. Dort lernt Markus in einer Disco eine rumänische Tänzerin namens Reka kennen und sie verbringen die Nacht miteinander. Er beginnt eine Beziehung zur jungen Frau, besucht sie sogar in ihrem armseligen Dorf in Rumänien, gibt ihr Geld und kauft ihr sogar eine Wohnung in Helsinki. Er lebt fortan in zwei Welten. Reka braucht Geld und daher arbeitet sie heimlich in einem Saunaclub. Markus kommt dahinter, sucht sie im Club auf und stellt sie zur Rede. Auf der Heimfahrt bemerkt er einen kurzen Blitz, ein anderer Wagen kommt von der Straße ab. Er begeht Fahrerflucht, irrt die ganze Nacht durch die Straßen. Als er später in die die Wohnung Rekas zurückkehrt, findet er dort zwei Leichen: Reka und einen unbekannten Mann. Er schleift die Leichen aus der Wohnung und legt sie auf einer Parkbank ab. Kimmo muss nicht nur den Unfall mit Fahrerflucht, sondern nun auch einen Doppelmord aufklären.
Mein Fazit:
Ich liebe die Krimis von Jan Costin Wagner, da sie neben einer spannenden und gut konstruierten Krimihandlung auch von einem großen Einfühlungsvermögen in die Figuren zeugen. Kimmo ist ein sehr mitfühlender, nachdenklicher und sensibler Kommissar. Es gelingt dem Autor sehr gut, Menschen in Extremsituationen zu zeigen. Auch die verschiedenen Handlungsfäden werden kunstvoll miteinander verbunden. Auch sprachlich überzeugt der Roman.
Bonus:
Interview mit dem Autor
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Markus Fritz, Amt für Bibliotheken und Lesen
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