2.6.17

Das Paket

von Sebastian Fitzek

Beschreibung:
Emma hat eine schwierige Kindheit hinter sich. Von ihrem Vater ist sie vernachlässigt und mit Worten gepeinigt worden. Sie entwickelte einen imaginären Freund, der sich in ihrem Kleiderschrank versteckt hielt, und kam in psychologische Behandlung. Nun ist sie eine aufstrebende Psychiaterin in Berlin, verheiratet mit Philipp, der als Profiler bei der Polizei arbeitet. Nach einem gewagten Vortrag vor Kollegen bei einem Kongress wird Emma in ihrem Hotelzimmer vergewaltigt, ihre Haare werden ihr abrasiert. Der Verdacht liegt nahe, dass es sich bei dem Täter um den „Friseur“ handelt, einen Psychopathen, der zuvor bereits anderen Frauen die Haare vom Kopf scherte, bevor er sie ermordete. Aus Angst, der Friseur könnte seine Tat noch zu Ende bringen wollen, zieht sich Emma aus der Öffentlichkeit zurück; vollkommen paranoid schließt sie sich in ihrem Haus ein. Nur zu ihrer Freundin Sylvia und zum Postboten hat sie gelegentlich Kontakt. Die Polizei und selbst ihr Ehemann zweifeln indessen immer mehr an ihrer Vergewaltigungs-Geschichte, weil es das Hotelzimmer, in dem das Ganze stattgefunden haben soll, gar nicht gibt.
Eines Tages bittet der Postbote Emma, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen. Der Name des Nachbarn ist ihr unbekannt, obwohl sie schon lange in dieser Gegend wohnt. Mit der Annahme dieses Pakets beginnt eine Reihe von ominösen Vorfällen und Emma muss schmerzvoll erfahren, dass der Albtraum noch kein Ende hat.

Fazit:
Zum 10-jährigen Fitzek-Jubiläum haben sich Verlag und Autor etwas Besonderes ausgedacht: Das Cover kommt einem Paket gleich, und das Buch selbst kommt als Paket verpackt daher, was also gut zum Titel passt. Am Ende des Buches sind einige Fan-Briefe beigefügt, welche auf beispielhafte Weise zeigen, was Bücher/Literatur im Leben vieler Menschen bedeuten und bewegen können (Wegweiser, Hilfe bzw. Ablenkung in schwierigen Lebenssituationen, Menschen zusammenbringen…).
Die Geschichte ist sehr spannend und flüssig geschrieben, mit einem Cliffhanger am Ende jedes Kapitels, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Einige Details sind zwar etwas unglaubwürdig, einige Charaktere zu oberflächlich dargestellt, aber das hat meinen Lesespaß nicht getrübt. Gekonnt wird mit der Psyche der Protagonistin gespielt, und als Leser fragt man sich ständig, was nun Realität ist und was nur Einbildung.

Empfehlung:
Ein Muss für Fitzek-Fans – auch wenn es sicher nicht sein bestes Buch ist; ansonsten auch für alle anderen Thriller-Fans zu empfehlen.

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