28.5.21

Die Geschichtensammlerin

von Jessica Kasper Kramer
Mai 2020 (Wunderraum), 352 Seiten

Der Roman spielt in Rumänien kurz vor dem Fall des Diktators Ceaușescu, der das Land mit eiserner Hand gewissermaßen als Alleinherrscher regiert. Es fehlt den Menschen an allem: Lebensmittel, Strom, warmes Wasser sind knapp, Nachrichten aus dem Ausland verboten, die Spitzel des Staates nahezu allgegenwärtig. Niemand kann sich sicher fühlen.

In diesem Klima der Angst und des Misstrauens wächst die Geschichtenerzählerin Ileana auf. Sie lebt mit Vater und Mutter, er Universitätsprofessor, sie Übersetzerin, in der Hauptstadt. Ileana erfindet Geschichten, unkonventionelle Geschichten, die dem Regime nicht gefallen würden. Als ihr Onkel Andrej, Autor und Widerständler, verhaftet wird, fürchten Ileanas Eltern um ihr Leben. Das Mädchen wird zu den Großeltern aufs Land geschickt. Doch bald stellt sich heraus, dass auch dieses abgelegene Dorf, das bisher für das Regime ziemlich uninteressant war, nicht mehr sicher ist: Die Securitate hält auch dort Einzug. Für die Bewohnerinnen und Bewohner bricht eine schwere Zeit an. Was wird Ileana schon ausrichten können gegen die Übermacht der Feinde?

Mein Fazit:
Auch wenn das Buch, vor allem gegen Ende hin, für meinen Geschmack ein wenig zu fantastisch daherkommt, halte ich es dennoch für lesenswert, da es in anschaulicher Form Einblick in eine äußerst dunkle und schwierige Zeit Rumäniens gibt.

Sonja Hartner, Stadtbibliothek Bruneck

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