von Jussi Adler-OlsenDie schwangere Frau des gerade gewählten Präsidenten Bruce Jansen wird bei der Wahlsiegesfeier erschossen. Der völlig aus dem Gleichgewicht geratene Präsident erlässt daraufhin das „Washington Dekret“, ein knallhartes Programm zur Abschaffung der gültigen Gesetze, die jedem Bürger das Recht einräumen, Waffen zu tragen. In den USA bricht der Ausnahmezustand aus: Waffenlobbyisten und Milizen organisieren Terroraktionen gegen Regierungsmitglieder, Polizei und Geheimdienste gehen mit Exekutionen dagegen vor, Amokschützen liquidieren unschuldige Menschen von den Dächern von New York aus, Bürger, die auf ihre Waffenrechte nicht verzichten wollen, lehnen sich mit extremer Gewalt gegen die neuen Bestimmungen auf. Doggy Rogers, die als Wahlkampfhelferin und Mitarbeiterin des Stabes rund um Jansen eine glänzende Karriere vor sich hatte, wird durch das Attentat aus der Bahn geworfen: Ihr Vater wird beschuldigt, der Auftraggeber zu sein. Erst im letzten Augenblick glaubt sie an seine immer wieder beteuerte Unschuld und will die kurz bevorstehende Vollstreckung des Todesurteils abwenden. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, während um sie herum das Land im Chaos versinkt.
Ich war selten so froh, dass ein Buch endlich fertig ist, und hätte beinahe nach jedem Kapitel aufgehört, weiter zu lesen – wenn ich nicht eigentlich Adler-Ohlsen und seine Krimireihe um den dänischen Kommissar Mørck so gut finden würde und in mir noch die Hoffnung schlummerte, dass es ja ab der nächsten Seite besser werden könnte. 648 langweilige Seiten und unzählige Seufzer und Gähnattacken später kann ich konstatieren: Es wird nicht besser, dieses Buch ist vergeudete Zeit. Der Autor verliert sich in Beschreibungen, die Handlung ist unglaubwürdig, Charaktere oberflächlich – sobald Adler-Olsen sein Heimatterrain verlässt, schwächelt er.
Leider wird dennoch nicht ausbleiben, dass Leser nach diesem Buch verlangen, da es immer noch auf der Bestsellerliste zu finden ist. Dennoch rate ich allen, mit diesem Buch keine Zeit zu verschwenden und stattdessen lieber eines der hervorragenden Bücher desselben Autors zu lesen: „Erbarmen“, „Schändung“, „Erlösung“ oder „Verachtung“ kann ich alle wärmstens empfehlen.
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