5.4.13

Tausendschön


von Kristina Ohlsson

Stockholm. Das Team um Alex Recht muss diesmal gleich in zwei Fällen ermitteln, die beide zunächst so aussehen, als ob sie keine richtigen Kriminalfälle sind. Ein Pastorenehepaar ist erschossen in der eigenen Wohnung aufgefunden worden; der Abschiedsbrief des Ehemannes deutet darauf hin, dass er über den Drogentod seiner Tochter Karolina so verzweifelte, dass er sich und seine Frau tötete. Der zweite Tote scheint das Opfer einer simplen Fahrerflucht zu sein. Doch bald tauchen neue Erkenntnisse die Ermittlungen in ein anderes Licht, und plötzlich stehen die Kriminalbeamten nicht nur vor drei Mordfällen, sondern müssen auch noch erfahren, dass diese zusammenhängen könnten – bloß wie? Hat das Engagement für Flüchtlinge des toten Pastors etwas mit seinem Tod zu tun? Wohin ist die zweite Tochter des Pastorenpaares verschwunden, nachdem sie ihre Schwester, die laut Freunden mit Drogen noch nie etwas am Hut hatte, als Überdosisopfer identifiziert hatte? Ist diese wirklich einen Drogentod gestorben? Und was hat es mit den vielen brutalen Überfällen auf Banken und Geldtransporter auf sich, die sich in der Gegend häufen? Nicht nur diese Fragen machen den Ermittlern zu schaffen – auch ihre Privatleben gestalten sich zunehmend als kompliziert und fordern ihnen viel ab.

Der zweite Krimi der schwedischen Autorin Kristina Ohlsson ist genauso packend wie ihr Debütroman „Aschenputtel“; vor ihren berühmten männlichen Landsleuten braucht sie sich wirklich nicht zu verstecken. Auch ihre Bücher zeichnen sich durch gründliche Hintergrundrecherche und Gesellschaftskritik aus; nicht umsonst arbeitete sie im schwedischen Außen- und Verteidigungsministerium als Expertin für EU-Außenpolitik und Nahostfragen. Und obwohl sich eine geübte Krimileserin wie ich bereits ab Mitte des Buches denken kann, wie der Fall ausgeht, schafft sie es, die Spannung zu halten und immer wieder überraschende Details hinzuzufügen. Fesselnd!

Das Buch ist für jeden, der skandinavische Krimis mag, sehr empfehlenswert – für Schulbibliotheken dagegen eher begrenzt einsetzbar.

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