24.5.13

Der Himmel über Greene Harbor

von Nick Dybek

Der Roman spielt in den 80er Jahren in einem Fischerort an der nördlichen amerikanischen Westküste.
Die Menschen auf der Halbinsel leben vom Fischfang: jedes Jahr im Herbst fährt die Fangflotte von John Gaunt nach Alaska zum Fischen.
Erzählt wird die Geschichte des 14-jährigen Cal. Auch sein Vater fährt jedes Jahr in die Beringsee. Er kennt seinen Sohn kaum. Zurück bleiben die Kinder, die Alten und die Frauen. Cals Mutter, eine schöne Frau, stammt aus dem Süden und war Lehrerin. Sie findet in John Gaunt den einzigen Freund, denn beide lieben die Musik. Oft verkriecht sich die Mutter im Winter stundenlang im Keller und hört ihre Platten, manchmal zusammen mit John Gaunt. Doch kurz vor dem Auslaufen der Fangflotte stirbt John Gaunt, dem alles gehört auf der Halbinsel: die Fischkutter und der ganze Rest. Sein Sohn Richard, ein Außenseiter, der nie einen Fuß auf einen Fischkutter gesetzt hat, soll das ganze Imperium übernehmen. Beim Leichenschmaus kommt es zum Eklat. Richard verkündet, dass die Fangflotte nicht auslaufen wird, da er alles an die Japaner verkaufen will. Cal belauscht ein Gespräch der Männer, sie wollen wohl Richard aus dem Weg räumen. Richard wird in der Tat auf hoher See über Bord gehen und ums Leben kommen.
Die Fischer nehmen die Dinge selbst in die Hand und fahren auf eigene Faust auf Fangfahrt nach Alaska. Unmittelbar vorher hat Cals Mutter die Familie verlassen, so dass Cal vorübergehend zu einem Klassenkameraden zieht.
Man darf von der spannenden Handlung, die viele überraschende Wendungen bereithält, nicht zu viel verraten. Der Roman ist spannend geschrieben und enthält schöne Landschaftsbilder. Dybek erzählt mit viel Gespür für die Perspektive eines 14-jährigen Jungen. Ein gelungenes Debüt.

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