von Johan Theorin
Jan Hauger bekommt einen Job als Erzieher in einem Kinderhort am Rande einer Kleinstadt im Süden Schwedens. Es ist jedoch kein normaler Kindergarten, sondern eine Vorschule für die Kinder der in der benachbarten psychiatrischen Klinik einsitzenden, zum Teil als hoch gefährlich eingestuften Patienten. Durch einen unterirdischen Gang ist sie mit der Klinik verbunden, damit die Eltern ihre Kinder treffen können – und dies ist einer der Hauptgründe, warum Jan sich um diesen Job bemüht. Auch Jan war als Jugendlicher in einer Nervenheilanstalt, wo er seine große Liebe Alice Rami kennenlernte. Mit ihr teilte er erstmals seine Geheimnisse, ihr erzählte er von seinem schweren Schicksal als Mobbingopfer, gemeinsam mit ihr schmiedete er Rachepläne gegen seine Peiniger und gegen Alices größte Feindin, die Ärztin der Heilanstalt. Als einige Jahre später drei seiner vier Peiniger auf brutale Art ums Leben kamen, war sich Jan sicher: Alice, die er seit jenen Tagen nie wiedergesehen hat, hat ihr Versprechen eingelöst. Auch ihm bot sich später die Gelegenheit, Alices Gegnerin zu bestrafen – und er nutzte seine Position als Kindererzieher schamlos dafür aus.
Nun hat er erfahren, dass Alice vermutlich in ebenjener Klinik einsitzt, zu der die Vorschule gehört. Nachts, wenn die Kinder schlafen, sucht er nach Möglichkeiten, durch den Keller in die Klinik zu kommen. Er möchte Alice befreien... und tritt dadurch Ereignisse los, die er nicht mehr stoppen kann und die für viele Menschen verhängnisvoll werden.
Jan Theorin schafft Nervenkitzel, indem er den Leser nicht alles auf einmal wissen lässt, sondern ihm nur kleine Häppchen vorwirft. Immer tiefer wird man in die Handlung hineingezogen, immer mehr Facetten tun sich auf. Dennoch: Es ist das bisher schwächste Buch des Autors. Er schafft es hier nicht, die dichte, spannungsgeladene Atmosphäre aufzubauen, die seine Reihe um die Insel Öland beherrscht.
Empfehlenswert für alle, die lieber psychologische Krimis als blutrünstige, actiongeladene Thriller lesen.

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