14.2.14

Das Mädchen, der Koch und der Drache

von Luo Lingyuan

Berlin im Jahr 2008: Seit sechs Jahren lebt die junge, hochbegabte chinesische Studentin Mendy jetzt in der deutschen Stadt. Mit ihrem zurückhaltenden Charme und ihrer betörenden Stimme verdreht sie den Männern den Kopf. Da ist zum einen der junge Musiker und Student Oswald, der Mendy zu einer Karriere im Musikgeschäft überreden will. Auf der anderen Seite ist der schüchterne Asylant Tubai, der in der „Strahlenden Perle“, dem China-Restaurant von Mendys Vater, als Hilfskoch arbeitet. Im Gegensatz zu Mendy steht ihre ordinäre Freundin Peipei, die sich von Mendy die Seminararbeiten schreiben lässt, eine Affäre mit deren Vater unterhält und sie gewissenlos mit Oswald hintergeht. Doch die gemeinsame Herkunft schweißt zusammen. Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist die „Strahlende Perle“ in der Mendy und Peipei als Kellnerinnen aushelfen. Die kriminellen Machenschaften von Mendys Vaters drängen das Lokal an den Rand des Bankrotts und Vater Baohan droht im Gefängnis vor die Hunde zu gehen. Um ihre Familie vor dem finanziellen Ruin zu retten, wird Mendy von ihrer Stiefmutter Yeye an den zwielichtigen Geschäftsmann Boss Hong verschachert. Daran droht die intelligente Frau zu zerbrechen.

Fazit: Die Geschichte ist schonungslos, direkt und ehrlich erzählt. Die chinesische Denkweise der Protagonistin, gefangen in einer chinesischen Parallelwelt mitten im modernen Berlin, ist für westliche Leserinnen mitunter schwer nachvollziehbar und irritierend. Aber genau darin liegt der Reiz dieses Buches.

Empfehlung: Ein besonderes Buch, das sicher seine Berechtigung in den Belletristik-Regalen hat und für willkommene Abwechslung sorgt.

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