26.6.15

Der Preis der Treue

von Diane Brasseur

Beschreibung:
Seit einem Jahr lebt ein vierundfünfziger Anwalt aus Paris im emotionalen Ausnahmezustand: Er hat sich in die dreißigjährige Alix verliebt. Was voller Spannung begann - die wiederentdeckte neu erlebte Erotik, der Reiz des Verbotenen, der Liebestaumel mit Alix - wird mit der Zeit zu einer emotionalen Belastung. Sein Dilemma: er ist der jungen Alix mit Haut und Haar verfallen, aber er liebt auch seine Frau. Er hat ein schlechtes Gewissen seiner Geliebten gegenüber, weil er keinesfalls noch einmal eine Familie gründen möchte. Außerdem lässt er sie häufig einsam, traurig und wartend zurück. Und er hat ein schlechtes Gewissen seiner Ehefrau gegenüber, die er mit einer wesentlich jüngeren Frau betrügt.
Eines Morgens, vor der Abreise mit seiner Familie nach New York, zieht er sich in sein Arbeitszimmer zurück, in der festen Absicht, endlich eine Entscheidung zu treffen.

Fazit:
In diesem Arbeitszimmer wägt er alle Für und Wider ab, spielt im Kopf einzelne Szenen durch, projiziert seine Gefühle und Gedanken auf seine beiden Frauen. Es ist ein mitreißender, faszinierender innerer Monolog. Dabei ist das Ganze – höchst unüblich bei einem derart gefühlsbewegten Thema – absolut emotionslos und nüchtern beschrieben. Und trotzdem gelingt es der Autorin, sehr viel Gefühl zu transportieren. Man kann dem ehebrechenden Mann nicht einmal böse sein: er liebt beide Frauen sehr. Der Originaltitel „Loyalitäten“ kommt dem Inhalt des Buches deutlich näher als die deutsche Übersetzung.

Empfehlung:
“Der Preis der Treue” ist mit seinen 173 Seiten ein kurzes Buch mit großer angenehmer Schrift. Auch ohne regen Handlungsablauf vermag es den Leser zu fesseln und in den Bann zu ziehen. Das Thema Ehebruch und Dreiecksbeziehung ist jederzeit aktuell, hier hat es eine neue Perspektive bekommen. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen