von Karl Ove Knausgård
Der Autor machte in den letzten Jahren mit einer sechsbändigen Autobiographie von sich reden, die er im Originaltitel „Mein Kampf“ (mit der entsprechenden Bandnummerierung) nannte. Kein Wunder, dass die Titel im deutschen Sprachraum umbenannt wurden. In stilistisch unterschiedlich aufgebauten dicken Wälzern erzählt er jeweils von einem oder mehreren seiner Lebensabschnitte, dabei springt er auch gerne in der Zeit hin und her. Was diese Biographie auszeichnet, ist der absolut schonungslose und unbeschönigende Umgang mit sich selbst. Keine einzige Charakterschwäche oder Situation, die ihn selbst in ein ungünstiges Licht stellt, versucht Knausgård zu rechtfertigen, obwohl er durch seinen strengen und jähzornigen Vater und die Angst, die er die ganze Kindheit hindurch vor ihm hatte, sogar jeden Grund zu Rechtfertigungen gehabt hätte. Diese Unbarmherzigkeit sich selbst gegenüber hat mich schwer getroffen.
Erst wenn man hineingelesen hat, versteht man, wie ein einzelner Mensch sechs umfangreiche Wälzer über das eigene Leben herausbringen kann: Knausgård versteht es meisterhaft, kleine Episoden und Stimmungen seitenlang und bis ins kleinste Detail gehend zu schildern. Man kann sich fragen, ob man alles so detailliert wissen möchte. Aber selbst wenn es gefühlte (und wahrscheinlich auch tatsächliche) 50 Seiten lang ums Putzen des Hauses seiner Großmutter geht, ist die Sprache niveauvoll und die Lektüre nicht unangenehm. Das Phänomen dieser Bücher besteht sicher darin, dass man sie trotz des Detailreichtums liest, und das nicht einmal ungern. Der Megaerfolg weltweit bestätigt dies - und mittlerweile hat man als Leser das Gefühl, den Autor persönlich zu kennen, so vieles weiß man aus seinem Leben.
Der Autor machte in den letzten Jahren mit einer sechsbändigen Autobiographie von sich reden, die er im Originaltitel „Mein Kampf“ (mit der entsprechenden Bandnummerierung) nannte. Kein Wunder, dass die Titel im deutschen Sprachraum umbenannt wurden. In stilistisch unterschiedlich aufgebauten dicken Wälzern erzählt er jeweils von einem oder mehreren seiner Lebensabschnitte, dabei springt er auch gerne in der Zeit hin und her. Was diese Biographie auszeichnet, ist der absolut schonungslose und unbeschönigende Umgang mit sich selbst. Keine einzige Charakterschwäche oder Situation, die ihn selbst in ein ungünstiges Licht stellt, versucht Knausgård zu rechtfertigen, obwohl er durch seinen strengen und jähzornigen Vater und die Angst, die er die ganze Kindheit hindurch vor ihm hatte, sogar jeden Grund zu Rechtfertigungen gehabt hätte. Diese Unbarmherzigkeit sich selbst gegenüber hat mich schwer getroffen.
Erst wenn man hineingelesen hat, versteht man, wie ein einzelner Mensch sechs umfangreiche Wälzer über das eigene Leben herausbringen kann: Knausgård versteht es meisterhaft, kleine Episoden und Stimmungen seitenlang und bis ins kleinste Detail gehend zu schildern. Man kann sich fragen, ob man alles so detailliert wissen möchte. Aber selbst wenn es gefühlte (und wahrscheinlich auch tatsächliche) 50 Seiten lang ums Putzen des Hauses seiner Großmutter geht, ist die Sprache niveauvoll und die Lektüre nicht unangenehm. Das Phänomen dieser Bücher besteht sicher darin, dass man sie trotz des Detailreichtums liest, und das nicht einmal ungern. Der Megaerfolg weltweit bestätigt dies - und mittlerweile hat man als Leser das Gefühl, den Autor persönlich zu kennen, so vieles weiß man aus seinem Leben.

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