11.3.16

Blood on snow – Das Versteck

von Jo Nesbø

Wie bereits in Nesbøs “Blood on Snow – Der Auftrag” spielt auch dieses Buch in Norwegen im kriminellen Milieu der Siebziger Jahre. Ulf, Geldeintreiber und nicht zimperlich, arbeitet für den „Fischer“, den seit der Ausschaltung seines Konkurrenten nunmehr größten Drogenboss Oslos. Als sich ihm die Gelegenheit bietet, seinen Boss um viel Geld zu betrügen, macht er das – wohl wissend, dass dieser ihn von nun an jagen wird, wenn es sein muss, bis ans Ende der Welt. Ulf setzt sich nach Nordnorwegen ab und versucht, sich dort in einer kleinen Gemeinde von norwegischen Laestadianern und samischen Rentierzüchtern zu verstecken. Was eher mäßig gelingt…
Die deutsche Übersetzung des Titels ist irreführend, es handelt sich keinesfalls um die Weiterführung des ersten „Blood on Snow“- Buches, jedoch fällt es wie dieses aus dem Rahmen von Nesbøs übrigen Werken heraus. Er schreibt nämlich bewusst so, als stammten sie aus der Feder eines anderen Krimiautors. Was bleibt, was er nicht verleugnen kann, sind seine Wortgewandtheit, seine schöne Sprache und die Schilderungen von Örtlichkeiten und Landschaften, die in seinen Krimis immer fast wie eigene Charaktere wirken, sodass man sich ins Buch hineingesaugt fühlt und immer erstaunt ist, wenn man sich dann doch zu Hause wiederfindet und nicht in der kargen Landschaft Nordnorwegens unter dem weiten Himmel der Mitternachtssonne.

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