14.4.17

Schlamm oder Die Katastrophe von Heath Cliff

von Louis Sachar

Der Autor von „Löcher“ hat mit „Schlamm“ einen Roman vorgelegt, der sich wiederum an der Grenze zwischen Kinder- und Jugendbuch herumtreibt. Hauptfigur ist die Fünftklasslerin Tamaya, deren Eltern in Scheidung leben. Sie geht auf eine Privatschule, die nur von Strebern mit Stipendium oder von stinkreichen Tunichtguten besucht wird und seit neuestem von Chad, der angeblich schon von drei Schulen geflogen ist. Chad mobbt Tamayas Freund Marshall. Als Marshall in der Schule eine Frage beantwortet, die Chad nicht beantworten konnte, eskaliert die Situation. Chad verspricht, Marshall zu verprügeln, worauf dieser eine Abkürzung durch den Wald nimmt, um nach Hause zu kommen. Tamaya mit ihm, weil sie nicht allein nach Hause gehen darf. Die beiden verlaufen sich und treffen - wie könnte es anders sein – auf Chad …Die Jungs geraten aneinander und Tamaya löst die Situation, indem sie Chad aus einem schleimigen Tümpel Flüssigkeit ins Gesicht wirft. Tamaya bezahlt diese Aktion mit einer mit Ausschlag übersäten Hand. Am nächsten Tag erscheint Chad nicht in der Schule. Marshall ist einfach nur froh und hat endlich mal seine Ruhe, doch Tamaya plagt das schlechte Gewissen und sie kehrt heimlich in den Wald zurück. In der Schule geht alles drunter und drüber. Keiner darf hinein oder hinaus. Zwischengestreut sind Berichte über ein Projekt, das sich mit der Erzeugung von Treibstoffaus so genannten Biolen befasst. In der Produktion dieser Biolen ist etwas ziemlich aus dem Ruder geraten, deshalb der Schlamm, der langsam und zäh die gesamte Umgebung überschwemmt. Eklig eklig.

Mein Fazit:
Aus der Reihe „Romane mit Katastrophenfaktor“ à la „Opfer. Lasst uns hier raus!“ von Jesper Wung-Sung oder „Kälte“ von Michael Northrop. Ich tu mich immer schwer damit, weil ich nicht weiß, was uns das sagen soll oder will. Trotzdem unterhaltsame Lektüre, von der Thematik her hochaktuell. Mobbing, absolutes Vertrauen in technische Neuerungen, Zivilcourage.

Empfehlung:
Für geübte Leser/innen durchaus schon ab 11, schwierig dem Kinder- oder Jugendbuchbereich zuzuordnen.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen