10.7.20

Elektrische Fische

von Susan Kreller
Oktober 2019 (Carlsen), 192 Seiten

Susan Kreller wurde bereits dreimal für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. 2015 erhielt sie ihn für „Schneeriese“. Ihr neuer Roman über die Suche nach Heimat ist wieder absolut preisverdächtig. Emma zieht mit ihrer kleinen Schwester Aoife, ihrem attraktiven großer Bruder Dara und ihrer Mutter von Dublin zurück aufs Land, genauer gesagt in ein heruntergekommenes Kaff in Mecklenburg-Vorpommern. Das Haus, in dem die Großeltern wohnen, ist winzig und alle gehen sich gegenseitig auf die Nerven. Emmas Plan ist es, so schnell wie möglich nach Irland zurückzukehren. Dabei ist ihr ihr Mitschüler Levin behilflich. Der hat es auch nicht einfach. Seine psychisch kranke Mutter macht Normalität fast unmöglich. Ganz gleich kann Emma nicht zurück. Sie muss warten, bis Aoife wieder spricht. Der hat der Umzug nämlich die Sprache verschlagen. Fast vergisst sie ihre Pläne, doch dann geschehen unvorhersehbare Dinge… Mein Fazit:
Sprachgewaltig sucht die Autorin mit Hilfe der Ich-Erzählerin Emma Antworten auf große Fragen. Wie kann Fremde zu Heimat werden, wie kann Heimweh vergehen? Geht das überhaupt?

Meine Empfehlung:
Wer keinen Jugendbuchbereich hat, stellt das schmale Bändchen einfach zu den Erwachsenen. Ein Juwel für jede Bibliothek.

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