von Ami Polonsky
Juni 2019 (cbj), 288 Seiten
Aus der Fülle von Gender-Stories, die zurzeit erscheinen, sticht dieses Buch heraus. Hauptfigur ist der 13-jährige Grayson, der nicht nur im falschen Körper geboren ist, sondern auch Waise ist. Seine Eltern sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Er erinnert sich nicht an sie, und das macht ihm manchmal ganz schön zu schaffen. Zusammen mit zwei Cousins, einer jünger, einer älter als er, wächst Grayson bei Onkel und Tante auf.
Seine Sehnsucht nach Kleidern in fließenden Stoffen, langen Haaren, Haarspangen und Mädchengetuschel, seine Prinzessinnenzeichnungen sind sein gut gehütetes Geheimnis. Bis Grayson sich entschließt, über seinen Schatten zu springen. Beim Schultheaterstück spricht er für die weibliche Hauptrolle vor. Der coole Lehrer Finn, alle sagen ihm Homosexualität nach, besetzt diese Rolle tatsächlich mit Grayson – weil er gut ist. Je mehr sich Grayson in die Rolle einarbeitet, umso mutiger wird er. Das wird nicht von allen honoriert, selbst seine Eltern und Geschwister sind nicht einer Meinung. Von offener Anfeindung über Spott und Ignoranz bis hin zu „find ich gut“ gibt es die gesamte Bandbreite an Reaktionen.Mein Fazit:
Ein noch immer mit vielen Tabus behaftetes Thema, sehr einfühlsam
erzählt. Sehr glaubwürdige, authentische Charaktere, Lehrer Finn ist ein
Lehrer wie aus dem Bilderbuch. Auch wenn er für seinen Mut ganz schön
draufzahlt. Schönes Titelbild!
Empfehlung:
Auf Italienisch heißt es immer: „Film per tutti“. Ich mache daraus „Libro per tutti“ …

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