Oktober 2019 (HarperCollins), 368 Seiten

Ivys Mutter verschwindet von einen Tag auf den anderen spurlos. Morgens, als die 10-Jährige zur Schule aufbricht, sitzt ihre Mutter noch am Küchentisch – am Nachmittag ist sie plötzlich nicht mehr da. Und sie kommt auch nie wieder zurück. Niemand weiß, was geschehen ist: Ist Ivys Mutter aus freien Stücken fortgegangen, um irgendwo ein neues Leben anzufangen? Wurde sie entführt? Gab es einen Unfall? Oder ein Gewaltverbrechen? So sehr Polizei und Privatermittler auch suchen, sie finden keine Antworten.
So ist Ivys Leben auch 13 Jahre später von dieser Ungewissheit geprägt. Ohne jemals die Möglichkeit eines Abschieds gehabt zu haben, lässt ihr das offene Ende der Geschichte ihrer Mutter einfach keine Ruhe. Dann, eines Tages, verkündet ihr Vater, er wolle Ivys Mutter nach all der Zeit für tot erklären lassen – mit der Absicht, selbst wieder zu heiraten. Ivy, die das Gefühl hat, ihre Mutter dadurch „im Stich zu lassen“, beschließt, sich ein letztes Mal gründlich auf die Suche zu machen: nach Spuren, die den Verbleib der Vermissten endlich aufklären können. Es beginnt ein spannendes Abenteuer, bei dem das Leben die eine oder andere Überraschung für Ivy bereithält …Mein Fazit:
Eine spannende, ausgeklügelte Handlung, vielschichtig, voller Winkel und
Nischen; mit gut gezeichneten, individuellen Charakteren. Faszinierend
ist auch das Hobby der Protagonistin: Neben diversen anderen Sachen
sammelt sie seltene Wörter. Diese werden nach und nach in die Geschichte
eingebaut und tragen so zur sprachlichen Schönheit des Romans bei. Eine
Geschichte mitten aus dem Leben. Mit eben diesem Ziel: Zurück ins Leben
zu finden, es bewusst zu erleben, es auszukosten. Sehr inspirierend
Empfehlung:
Für alle, die selbst auf der Suche nach etwas sind. Und für alle, die Sprache lieben.
Silvia Griessmair, Stadtbibliothek Bruneck
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