18.6.21

Das kleine Friesencafé

von Janne Mommsen
Februar 2021 (Rowohlt Taschenbuch), 272 Seiten

Kapitän Hark Paulsen hat seinen letzten Arbeitstag auf der Fähre, die ihn wieder zurück nach Föhr bringt. Er kann nicht verstehen, warum er sich zur Ruhe setzen soll; in den letzten Jahren hat sich sein Leben voll und ganz auf diesem Schiff abgespielt, er hat jede Unwegsamkeit in den Griff bekommen und sein Schiff immer schadlos in den Hafen geführt. Aber die Reederei hat es so beschlossen.

Als rauer Seebär muss er nun mit dieser Sache allein zurechtkommen, natürlich! Anders ist es bei Julia; sie kaut immer noch an der Trennung vom Partner, auch wenn sie überzeugt ist, dass es die beste Entscheidung ihres Lebens war. Sie liebt es, im Blumenladen der Oma zu arbeiten und die Freizeit mit ihrer Clique in Gelsenkirchen zu verbringen. Doch eines Tages zeigt ihr die Oma, was sie beim Räumen gefunden hat: ein Heft ihrer so früh verstorbenen Mutter, in dem viele ihrer Zeichnungen von ihrer Liebe zur Insel Föhr berichten. Und so beschließt Julia, übrigens eine begabte Freizeit-Malerin, auch dorthin zu reisen, um sich ihrer Mutter wieder nahe zu fühlen. Schnell findet sie auch eine wunderbare Scheune, die sie mieten möchte, um dort ihrem Hobby nachgehen zu können. Und die liebenswerten Inselbewohner erkennen sehr bald ihre Begabung, in den Bildern eine ganz besondere Stimmung hervorragend wiederzugeben. So animieren sie sie immer wieder dazu, einige Porträts zu malen, wodurch sie sich auch etwas dazu verdienen kann. Sie entdeckt hierbei nicht nur die Schönheit der Insel, sondern lernt auch viele nette Mitmenschen kennen. Nur als sie in ihrer Scheune/Atelier auch noch Kaffee und Kuchen anbietet, wird es dem Vermieter allmählich zu viel ...

Mein Fazit:
Diese nette Geschichte liest sich in einem Zug durch und ist durch die bildhaften Schilderungen wie ein kleiner Reiseführer durch die Insel Föhr. Auch die Szenen, die sich zwischen dem kauzigen Vermieter aus dem Norden und der schlagfertigen jungen Frau aus dem Ruhrpott abspielen, kann man sehr gut nachvollziehen und brachten mich oft zum Schmunzeln.

Empfehlung:
Prima Urlaubslektüre, oder zur Einstimmung darauf!

Nelly Gamper, Bibliothek Haslach

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