von Jenny Downham
August 2020 (cbj), 432 Seiten
Alexandra, genannt Lex, ist wütend. So wütend, dass sie mit Stühlen und Torten wirft, dass sie Laptops und Handys zertrümmert, dass ihre unkontrollierbare Wut jede Situation zum Eskalieren bringt. Ihr zukünftiger Stiefvater John „will ihr helfen“. Warum ich das unter Anführungszeichen setze? Weil er die subtile Ursache ihrer Wut ist.
Das 15-jährige Mädchen lebt mit ihrer Mutter, mit der sie sich immer weniger versteht, mit John und deren gemeinsamer 6-jähriger Tochter Iris zusammen. Zwischen ihr und dem Stiefvater kommt es ständig zu Streitereien, aber auch mit Lex' Mutter streitet sich der herrschsüchtige John andauernd. Er übt psychische Gewalt gegen seine Familie aus, wirkt nach außen aber wie ein Vater aus dem Bilderbuch. Auch als Leser*in geht man dem smarten Herrn fast auf den Leim. Lex ist hoffnungslos in ihren Stiefbruder Kass verliebt, der seinem Vater nicht unähnlich ist. Auf der Hochzeit von John und Lex' Mutter kommt es zum Showdown.Mein Fazit:
Ein wichtiges Buch über Gewalt gegen Frauen, weil Gewalt viele Gesichter und nicht immer ein Messer hat.
Empfehlung:
Absolut lesenswert.
Michaela Grüner, Stadtbibliothek Bruneck
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