3.6.22

Die Nacht so groß wie wir

von Sarah Jäger
September 2021 (Rowohlt Taschenbuch), 192 Seiten

Ob die fünf Freunde eine Anspielung an Enid Blyton sind oder Zufall, ich weiß es nicht. Aber es könnte halt sein. Es geht, wie oft in Coming-of-Age-Romanen, um „die letzte Nacht unserer Jugend“. Pavlow, einer der fünf Freunde, findet, dass diese Nacht gebührend gefeiert gehört.

Und es geht nicht darum, sich ausnahmsweise schick gekleidet hemmungslos zu besaufen, es geht irgendwie um „Wahrheit oder Pflicht“. Maja, Suse, Pavlow, Bo und Tolga sind "best friends since ever forever". In ihrer Stammkneipe, die den Namen „Penne“ trägt, sitzen sie jahrelang nach der Schule auf den fünf immer gleichen Plätzen. Sie wissen alles voneinander. Alles? Nun ja. Aber sie haben viel gemeinsam. Keine*r kommt aus einer „normalen“ Familie und jede*r hat so seine kleinen und größeren Geheimnisse, die die anderen nicht kennen. Jetzt ist die Nacht gekommen, in der diese Geheimnisse offen auf den Tisch gelegt werden.

Mein Fazit:
Nicht umsonst ist die Geschichte für den Jugendliteraturpreis 2022 nominiert. Sarah Jäger hält auch in ihrem zweiten Roman, was im ersten „Nach vorn, nach Süden“ von der Kritik hoch gelobt wurde. Sie stellt ihre jugendlichen Hauptfiguren niemals bloß, sondern bleibt trotz all ihrer Macken ganz nah bei ihnen. Die Sprache ist authentisch, witzig, ironisch, voll mit schwarzem Humor, dabei aber immer respektvoll.

Empfehlung:
Lesen, was sonst?

Michaela Grüner, Stadtbibliothek Bruneck

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