von Gulraiz Sharif
Februar 2022 (Arctis), 208 Seiten
Mahmoud ist 15, ursprünglich aus Pakistan und lebt mit seinen Eltern und seinem 10-jährigen Bruder Ali in Oslo. Es sind Sommerferien, was für die Norweger urspannend ist, weil sie nach Überallhin verreisen, für die armen Zugewanderten aber Tage voller Langeweile bedeutet. „Ich schließ die Augen und mach Urlaub für Arme“, sagt Mahmoud. Dabei geht in diesem Sommer so richtig die Post ab.
Mahmouds Onkel, ein Bruder seines Vaters, kommt für zwei Monate zu Besuch und Mahmoud macht auf Fremdenführer. Leggins, FKK, fremdländisches Essen, verwirrende Getränke … der Onkel kommt aus dem Staunen gar nicht raus. Und da ist Ali, das Muttersöhnchen, das Disneyfilme guckt und mit Barbiepuppen anstatt mit Kalaschnikows spielt. Und plötzlich merkt, dass er doch gar kein Junge sein möchte. Und sich mit seinem „Problem“ seinem Bruder anvertraut. Ey hör mal Bruda ...Mein Fazit:
Sprachlich aber so was von anti, ist dieses Buch ganz nahe an der absoluten Genialität. Ein Wahnsinn die Hauptfigur auf ihrer Suche nach Identität, Authentizität, Geschlechtlichkeit, nach einer besseren Zukunft, nach für alle verträglichen Lösungen, die es natürlich nicht gibt, und nach weiß der Teufel noch was.
Empfehlung:
Just read it. Schwarzer Humor – was ist das? Von solchen Büchern sollte es jede Menge geben. Ich nominiere es für den Deutschen Jugendliteraturpreis.
Michaela Grüner, Stadtbibliothek Bruneck

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