21.10.22

Die Rebellion der Alfonsina Strada

von Simona Baldelli
April 2021 (Eichborn), 336 Seiten

In diesem biographischen Roman wird das Leben der Rennradfahrerin Alfonsina Strada nachgezeichnet. Sie war zu Anfang des 20. Jahrhunderts eine der ersten Radfahrerinnen in Italien. 1891 als Alfonsina Morini geboren, entstammte sie einer bitterarmen, kinderreichen Familie. Der Vater war Tagelöhner. Im Roman schenkt man ihm ein Fahrrad, das Alfonsina für sich in Beschlag nimmt.

Das ist der Beginn einer großen Leidenschaft: Alfonsina fährt in jeder freien Minute mit ihrem schweren, klobigen Rad, misst sich mit den Männern, die sie teils belächeln, teils anfeinden, weil sie es wagt, in eine Männerdomäne einzudringen, nimmt an Radrennen teil, die sie immer wieder einmal gewinnt. Trotz aller Widerstände – auch ihrer Familie – wird Alfonsina Strada zur Profirennradfahrerin. 1924 fährt sie beim Giro d’Italia mit, der an und für sich den Männern vorbehalten ist. In der Zeit des Faschismus bleibt ihr – wie vielen anderen Rennradsportlern auch – nichts anderes übrig, als in Zirkussen aufzutreten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Mein Fazit:
Fußend auf den sorgfältig recherchierten Lebensabschnitten Alfonsina Stradas, gelingt es Simona Baldelli auf einfühlsame Weise, ein lebendiges Bild einer außergewöhnlichen Frau zu zeichnen, für die das Rennrad alles bedeutete.

Sonja Hartner, Stadtbibliothek Bruneck

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen