Julia verliert nach langjähriger Tätigkeit in einem Bezirkskrankenhaus ihren Job als Krankenpflegerin. Auch aus gesundheitlichen Gründen kehrt sie für eine Auszeit in das Dorf zurück, in dem sie aufgewachsen ist. Ihr Vater holt sie in der Stadt ab. Wie immer spricht er kaum, begrüßt sie nur, auch wenn sie sich lange schon nicht mehr gesehen haben.
Auf die Frage, wo Mutter sei, antwortet er knapp: „Das erzähle ich dir, wenn wir zuhause sind.“ Mutter ist nicht da, stellt sich heraus. Sie hat ihren Mann verlassen. Dass nun die Tochter nach Hause kommt, ist dem Vater durchaus recht. Nun hat er wieder eine Frau, die ihn, den Pensionisten, versorgen kann. So wie sich das für das Leben von Frauen eben gehöre. Julia will da nicht mitspielen. Doch aussteigen ist schwieriger als angenommen. Auch weil sie in dem Dorf Oskar kennenlernt, einen Fremden, den es wie sie ins Dorf verschlagen hat, der aber im Gegensatz zu ihr gekommen ist, um zu bleiben. Was ist Arbeit? Was ist Liebe? Wie können Beziehungen gelingen? Das sind einige der Fragen, die dieser vielschichtige Roman aufwirft. „Wovon wir leben“ gibt zum Teil auch Antworten auf diese Fragen, Antworten, die ratlos und zornig machen.Mein Fazit:
Ein Buch, dem ich viele Leser*innen wünsche!
Sonja Hartner, Stadtbibliothek Bruneck

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