24.1.14

Totensonntag

von Andreas Föhn

Beschreibung: "Totensonntag" ist der fünfte Kriminalroman von Andreas Föhr. Es ist gleichzeitig der erste Fall für den Neo-Kriminalkommissar Clemens Wallner und seinen Kollegen Leo Kreuthner.
Im Herbst 1992, während einer Feier auf einer Berghütte in Tegernsee, die immer mehr zu einem Besäufnis ausartet, geraten die beiden Polizisten in ein Geiseldrama, das schließlich eine Flut von Ereignissen auslöst, die weit in der Vergangenheit ihre Ursache haben. Der Geiselnehmer vertraut Kommissar Wallner kurz vor seinem Tod ein langgehütetes Geheimnis an. In der Gruft von St. Veit sollen die Gebeine einer ermordeten Frau in einem edelsteinbesetzten Sarg liegen.
Tatsächlich entdeckt Wallner kurze Zeit später in der Krypta einer Kapelle in Dürnbach ein Skelett mit einem Einschussloch im Schädel. Bei der Leiche handelt es sich offenbar um die sterblichen Überreste von Frieda Jonas, die vor dem Krieg einige Zeit in Dürnbach gelebt hat und kurz vor Kriegsende ebendort zu Tode gekommen ist. Was ist in den letzten Tagen des Nazi-Regimes in Dürnbach geschehen? Die Einwohner des Dorfes hüllen sich in eine Decke des Schweigens, die erst allmählich aufbricht und langsam die Wahrheit an die Oberfläche sickern lässt.

Fazit: Mit "Totensonntag" hat Andreas Föhr wieder einen kurzweiligen und durchwegs spannenden Krimi vorgelegt. Die beiden Hauptprotagonisten Wallner und Kreuthner, zwei Charaktere wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, tragen mit ihrer meist gegensätzlichen Herangehensweise an die Dinge ganz wesentlich zur Belustigung bei und sorgen immer wieder für Lacher. Dieses Lachen bleibt dem Leser aber im Hals stecken, wenn der Autor auf die zweite Erzählebene umschwenkt. Die menschenverachtende Realität und Brutalität des in den letzten Zügen liegenden Dritten Reiches wird ungeschönt aufgezeigt. Feigheit und Mitläufertum führen zu Verrat, Erpressung und letztendlich Mord.
So ist Föhr ein gelungenes Zusammenspiel von heiterer Situationskomik und Einblicken in die Abgründe der menschlichen Seele gelungen.

Empfehlung: Andreas Föhr reiht sich nahtlos in die noch junge Tradition jener Krimiautorinnen und - autoren ein, die durch ihren engen Bezug zum ländlichen Lokalkolorit punkten, dabei aber der klassischen Krimimanier treu bleiben. Die Kriminalromane um die Ermittler Kluftinger, Eberhofer und Co. haben sich mittlerweile zu wahren Ausleihrennern gemausert. "Totensonntag" kann, ebenso wie die anderen Romane von Andreas Föhr, uneingeschränkt allen Bibliotheken empfohlen werden.

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