20.3.15

Wir träumten jeden Sommer

von Dagmara Dominczyk

In den Sommerferien kehrt die 13- jährige New Yorkerin Anna Baran nach Polen zurück, in das Land, das ihre Eltern vor sieben Jahren verlassen haben. In der kleinen Stadt Kielce ist sie der Star unter den Teenagern. Während sie in New York die unscheinbare Polin ist, reißen sich in Kielce alle darum, mit ihr befreundet zu sein, ihre abgetragenen Kleider tragen zu dürfen und den Geschichten aus Amerika lauschen zu dürfen. Enge Freundschaft knüpft sie mit der forschen, frühreifen Justyna und der ruhigen, nachdenklichen Kamila. Mit ihnen erlebt sie nun in den folgenden Sommern in Polen herrliche Nachmittage am See und die ersten sexuellen Erfahrungen und Liebeleien, während Forever Young aus dem Kassettenrekorder dröhnt.
Nun, mit Anfang dreißig, ist Annas Leben in New York völlig aus dem Ruder gelaufen. Ihre kurze Karriere als Schauspielerin scheint beendet, und ihre Beziehung zu Ben ist zum Scheitern verurteilt. Kamila flüchtet vorübergehend nach Amerika, nachdem ihr Mann sich als homosexuell geoutet hat und Justynas Mann wurde im eigenen Haus von ihrem Schwager ermordet.
Anna zieht sich zurück und sucht einen Ausweg aus ihrer Lebenskrise in Polen, wo sie ihren Jugendfreundinnen wieder begegnet.

Die Geschichte der drei Frauen wird auf zwei Zeitebenen erzählt: ab dem Jahr 1987 werden die Sommer in Polen geschildert, die Schicksale der erwachsenen Frauen spielen sich im Jahr 2002 ab.
Das verspielte Cover täuscht über den Inhalt hinweg, es werden weniger romantische Teenagergeschichten erzählt, vielmehr wird die herbe Jugendzeit in einer polnischen Kleinstadt in den Achtzigern beschrieben, in der Alkohol und Sex eine nicht unbedeutende Rolle spielen. Dem gegenüber steht die harte Realität im Erwachsenenalter. Als Lektüre für einen verregneten Sommertag, wie auf dem Cover empfohlen, eher ungeeignet

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