15.5.15

Wald

von Doris Knecht

Was passiert, wenn man von einem Moment auf den anderen alles verliert, den Job, die Wohnung und den Mann, zeigt der Roman „Wald“ der österreichischen Autorin Doris Knecht. Am Anfang des Romans treffen wir die Protagonistin Marian in einem abgelegenen Haus in den österreichischen Voralpen. Marian lebt primitiv, denn sie hat alles verloren. Früher, in der Stadt, war Marian Modedesignerin und lebte gut, dann trieben die Krise und eigene Fehler sie in den Bankrott. Der Versuch, im von der Tante geerbten Haus wieder zu sich zu finden, wird zum Überlebenskampf. Mühsam lernt sie, sich zu versorgen, sie fischt, wildert, stiehlt Gemüse und Hühner. Und sie muss sich arrangieren und gerät dadurch in eine neue Abhängigkeit. Der reiche Grundbesitzer Franz versorgt sie mit dem Nötigsten - nicht ganz uneigennützig. Er ist stark und weiß, wo es lang geht. Ihm gehört alles, auch sie.

Fazit:
Ein Roman über eine Krise und den Versuch einer Frau, Klarheit über ihr Leben zu erlangen. Die Autorin wertet nicht: sie sagt nicht, dass das Leben auf dem Land besser sei als das Leben in der Stadt und umgekehrt. 
Der Roman überzeugt durch seine intensive Sprache, die witzig und klar ist und wegen seiner einprägsamen Bilder. 

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