11.9.15

Der Tote am Gletscher

von Lenz Koppelstätter

Am Schnalstaler Gletscher wird wieder eine Leiche gefunden. Diesmal ist sie frisch und stammt nicht aus der Steinzeit, und doch sind die Ähnlichkeiten mit dem Mordfall Ötzi so frappierend, dass Commissario Grauner und sein Assistent, Ispettore Saltapepe, ihre Ermittlungen auch auf das Archäologiemuseum Bozen ausdehnen müssen. Dort erfahren sie, dass ein Pfeil, der zusammen mit der Gletscherleiche gefunden wurde, angeblich gestohlen wurde - eben jener Pfeil, mit dem jetzt das Opfer getötet worden ist. Was hat der dubiose Museumsdirektor mit dem Einsiedler Sattler, der fernab der Zivilisation im Wald lebte und nun grausam zu Tode kam, zu tun? Doch auch im Dorf selbst hatte Sattler viele Feinde...
Ein neuer Kommissar ermittelt in den Südtiroler Tälern - und er lässt endlich hoffen. Hoffen, dass es nicht nur schlechte Südtirolkrimis gibt, geschrieben von deutschen Touristen, die nur wenig Ahnung von Bräuchen, Geographie oder Geschichte Südtirols haben, diese wenige Ahnung aber in einem Klischee nach dem anderen verpacken und zudem meistens auch noch schlecht geschrieben sind. Der Commissario Grauner stammt aus der Feder eines Südtirolers, die Sprache ist angenehm, die ortstypischen Gegebenheiten korrekt. An Raffinesse, Spannung und Komplexität des Kriminalfalls reicht Koppelstätter nicht an die ganz Großen innerhalb des Genres heran, doch ist er noch jung und lernfähig. Es ist der erste Südtirolkrimi, den ich unseren Lesern empfehlen kann.

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