11.8.17

Der Koran

von Hamed Abdel-Samad

Der Autor, Sohn eines ägyptischen Imams, reiste in jungen Jahren nach Deutschland aus, wo er auch studierte. Er schrieb und schreibt zahlreiche Bücher über den Islam, die in bestimmten Kreisen der islamischen Welt auf großen Widerstand stießen. Nicht umsonst stand Abdel-Samad lange Zeit unter Polizeischutz.
In diesem Buch erläutert der Autor auf eindringliche und zugleich leicht verständliche Weise den Koran, der für den gläubigen Muslim, da es sich um das Wort Gottes handelt, in der Regel als unabänderlich und ewig angesehen wird, sozusagen in Stein gemeißelt. Diese Ansicht allerdings ist laut Abdel-Samad ein zentrales Hindernis auf dem Weg zu einer offenen und toleranten Religion. Im Vorspann erfährt die Leserin, in welchem geschichtlichen Kontext der Koran eingebettet und wie er entstanden ist. Die folgenden Kapitel behandeln zentrale Themen wie das Menschenbild des Islam, das Leben, die Hölle, Toleranz und Intoleranz, Krieg und Frieden, Juden und Christen, Frauen, Homosexualität. Es entsteht so ein differenziertes und äußerst aufschlussreiches Bild über wesentliche Aspekte des Islam, über die wir kaum etwas wissen. Schon allein deshalb lohnt sich die Lektüre des Buches allemal.
Der Koran, so der Autor zusammenfassend, sei wie ein Supermarkt: Es finde sich alles darin. Er könne Botschaft der Liebe, aber auch Botschaft des Hasses sein.
Fazit: Dieses Buch ist für alle, die mitreden und mitreden wollen, wenn es um Islam und um Integration ganz allgemein geht, ein Muss.

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