1.6.18

Kleine Stadt der großen Träume

von Fredrik Backman

Eishockey ist alles im Leben der Einwohner einer Kleinstadt in der schwedischen Pampa, vor allem, seit die Juniorenmannschaft wirklich eine reelle Chance hat, die schwedische Meisterschaft zu gewinnen. Zu verdanken haben sie dies einerseits Peter, der in jungen Jahren selbst ein vielversprechender Eishockeyspieler war, in Kanada in der Profiliga spielte und mittlerweile der Direktor des örtlichen Eishockeyclubs ist, und andererseits Kevin, dem herausragenden Supertalent der Jugendmannschaft, Sohn reicher Eltern aus dem Villenviertel, der von Kindesbeinen an nur ein Interesse hatte: auf Kufen einen Puck in ein Tor zu schießen. Was passiert nun aber in eben dieser Kleinstadt, die all ihre Hoffnungen darauf setzt, endlich schwedischer Meister zu werden, wenn die Tochter des Clubdirektors behauptet, vom Star der Eishockeymannschaft vergewaltigt worden zu sein? Fazit
Eine kritische Sozial- und Gesellschaftsstudie, die sehr gut in die Zeit der MeToo-Bewegung passt. Ab wann ist es ein Übergriff, ab wann ist man Opfer – und was passiert, wenn der Täter nicht aus der untersten sozialen Schicht stammt, sondern der beliebteste Junge im Ort ist? Wird er dann vom Täter zum Opfer?

Empfehlung
Obwohl das Buch durchaus einige Schwächen hat – der Sport Eishockey wird etwas zu oft und zu ausführlich in den Himmel gepriesen – gelingt es Backman doch wieder, sehr einfühlsame charakterliche Studien vorzulegen und viele kritische Fragen aufzuwerfen.

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