11.1.19

Eine Insel zwischen Himmel und Meer

von Lauren Wolk

Kein Buch, nein ein Juwel ist das neue Werk von Lauren Wolk. Wer ihren Erstling „Das Jahr, in dem ich lügen lernte“ kennt, weiß bereits um ihr ungeheuerliches Erzähltalent. Allein schon das Figurenensemble reißt mich zu Begeisterungsstürmen hin. Crow wurde als ein paar Stunden altes Baby in einem kleinen, kaputten Boot am Strand einer winzigen Insel angespült. Osh, der einzige Bewohner der Insel, rettet sie und nimmt sich ihrer an. Mit Hilfe der couragierten und liebreizenden Miss Maggie, die auf einer Nachbarinsel gestrandet ist und sich dort ein Leben aufgebaut hat, erzieht er das Mädchen. Crow hat keine leichte Kindheit, weil alle Inselbewohner sie wie eine Aussätzige behandeln. Sie haben regelrecht Angst davor, sie zu berühren. Lange kümmert sich das Mädchen nicht um ihre Herkunft und darum, was die anderen von ihr denken, doch wird ihre Vergangenheit mit zunehmendem Alter immer wichtiger. Woher kommt sie? Warum haben ihre Eltern sie nicht behalten? Eines Nachts entdeckt Crow auf einer vermeintlich unbewohnten Insel ein Feuer. Ihre Neugierde ist geweckt und Crow beginnt, Nachforschungen über ihre Herkunft anzustellen. Osh ist nicht gerade eine große Hilfe, trägt er doch selber eine Familiengeschichte mit sich, die nur angedeutet wird, die aber alles andere als einfach zu sein scheint. . Identität, Herkunft sind die Themen dieses Buches, ich habe jede Seite geliebt, auch wenn es keine Handys und Tablets gibt in dem Buch.. Stück für Stück fügt Crow das Puzzle ihrer Vergangenheit zusammen und begreift, was Familie wirklich bedeutet.

Mein Fazit: 
Lauren Wolk wandert auf dem schmalen Grat zwischen Kunst und Kitsch, ohne jemals herunterzufallen.

Meine Empfehlung: 
lesbar ab 3. Mittelschule, durchaus auch etwas für Erwachsene 

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