von Dörte Hansen
Bücher, in denen Sätze wie der folgende vorkommen: „Der Wind war immer noch der alte. Er schliff die Steine ab und knickte Bäume, beugte Rücken. Auch diesem alten Wind war es egal, was Menschen taten, ob sie blieben oder weiterwanderten. Es ging hier gar nicht um das bisschen Mensch.“, muss man einfach gelesen haben.
In Dörte Hansens „Mittagsstunde“ wird ruhig und unspektakulär von einem nordfriesischen Dorf namens Brinkebüll erzählt, dass es so nicht gibt, das aber dennoch überall sein könnte. Es ist in gewisser Weise die Geschichte des Niederganges eines Dorfes und seiner Strukturen, die jahrzehntelang so funktioniert haben. Die Dorfschule mit Lehrer Steensen beispielsweise oder der Dorfladen, wo man einkauft, weil es genau diesen einen Laden gibt. Die Bäckerei, in der man immer genau die gleichen Brotsorten erhält, weil dies eben immer schon so war; vor allem aber das Dorfgasthaus, das Ella und Sönke Feddersen betreiben; die Bauern und das Land, das sie bewirtschaften – dies alles verschwindet allmählich, weicht dem Fortschritt, dem Glauben an Technik und Effizienz. Es überlebt, wer diesen Glauben teilt. Nichts bleibt, wie es einmal war. Das erfahren alle Figuren des Romans auf sehr eindrucksvolle, wenn auch unterschiedliche Weise:
Marrit, Ellas Tochter, prophezeit den Untergang der alten Welt lange, bevor er wirklich eintritt.
Ingwer Feddersen, Hauptdarsteller des Romans, rekonstruiert ihn anhand von Erinnerungen aus seiner Kindheit und Jugend. Gönke, des Dorfbäckers jüngste Tochter, verlässt das Dorf wie Ingwer, erstere allerdings, um nie wieder zurückzukehren, letzterer um seine Eltern zu pflegen.
Fazit: ein lesenswertes Buch, einfühlsam und berührend geschrieben, das uns zeigt, dass es „hier gar nicht um das bisschen Mensch“ geht.
Bücher, in denen Sätze wie der folgende vorkommen: „Der Wind war immer noch der alte. Er schliff die Steine ab und knickte Bäume, beugte Rücken. Auch diesem alten Wind war es egal, was Menschen taten, ob sie blieben oder weiterwanderten. Es ging hier gar nicht um das bisschen Mensch.“, muss man einfach gelesen haben.
In Dörte Hansens „Mittagsstunde“ wird ruhig und unspektakulär von einem nordfriesischen Dorf namens Brinkebüll erzählt, dass es so nicht gibt, das aber dennoch überall sein könnte. Es ist in gewisser Weise die Geschichte des Niederganges eines Dorfes und seiner Strukturen, die jahrzehntelang so funktioniert haben. Die Dorfschule mit Lehrer Steensen beispielsweise oder der Dorfladen, wo man einkauft, weil es genau diesen einen Laden gibt. Die Bäckerei, in der man immer genau die gleichen Brotsorten erhält, weil dies eben immer schon so war; vor allem aber das Dorfgasthaus, das Ella und Sönke Feddersen betreiben; die Bauern und das Land, das sie bewirtschaften – dies alles verschwindet allmählich, weicht dem Fortschritt, dem Glauben an Technik und Effizienz. Es überlebt, wer diesen Glauben teilt. Nichts bleibt, wie es einmal war. Das erfahren alle Figuren des Romans auf sehr eindrucksvolle, wenn auch unterschiedliche Weise:
Marrit, Ellas Tochter, prophezeit den Untergang der alten Welt lange, bevor er wirklich eintritt.
Ingwer Feddersen, Hauptdarsteller des Romans, rekonstruiert ihn anhand von Erinnerungen aus seiner Kindheit und Jugend. Gönke, des Dorfbäckers jüngste Tochter, verlässt das Dorf wie Ingwer, erstere allerdings, um nie wieder zurückzukehren, letzterer um seine Eltern zu pflegen.
Fazit: ein lesenswertes Buch, einfühlsam und berührend geschrieben, das uns zeigt, dass es „hier gar nicht um das bisschen Mensch“ geht.

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