11.10.19

Pirasol

von Susan Kreller

Ich kenne Susan Kreller in erster Linie als wunderbare Jugendbuchautorin. Ich finde, ihr „Schneeriese“ ist einer der coolsten literarischen Figuren aller Zeiten. Wie er fast draufgeht an seiner unerfüllten Liebe Liebe ist auch in „Pirasol“ zentrales Thema. Gwendoline, die mittlerweile80 Jahre alte Protagonisten, wächst in einem liebevollen Elternhaus auf. Der 2. Weltkrieg bringt Angst und Schrecken. Der Vater, kriegsversehrt im 1. Weltkrieg, muss zwar nicht an die an die Front, wird aber aufgrund von „falscher Lektüre“ deportiert. Die Mutter zerfließt im Schmerz um ihren Mann und verschwindet eines Tages spurlos. Gwendoline, ein Kind noch, auf sich allein gestellt, wird von einer Frau unter die Fittiche genommen, die im Erdgeschoss in der Wohnung des jüdischen Arztes eingezogen ist. Eines Tages stehen drei polnische Frauen in der Tür. Sie ziehen in Gwendolines Wohnung ein. Der tot geglaubte Vater kehrt zurück. Lebendig ist etwas anderes. Am Todestag des Vaters verlässt Gwendoline ihr Zuhause, um Zuflucht bei einem Freund ihres Vaters zu suchen. Dort lernt sie ihren späteren Mann, einen brutalen skrupellosen Kerl kennen, mit dem sie einen Sohn bekommt. Dieser verschwindet eines Tages spurlos…

Mein Fazit:
„Pirasol“ ist unglaublich vielschichtig, erzählt hundert kleine Geschichten aus verschiedenen Lebenszeiten der Protagonistin und löst alles - wenn auch nicht in Wohlgefallen - auf. Die Sprache ist wuchtig, wenn auch gewöhnungsbedürftig. Die erste Seite ist keine gute. Lassen Sie sich davon nicht einschüchtern. Ein fantastischer Frauenroman, ein großartiges Buch.

Meine Empfehlung:
Markus Fritz, du musst das lesen und unter die Leute bringen.

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