„Alles okay?”, zu Dialekt „Geht’s do guit?“, fragt man gerne mal so, wenn man sich trifft. Und legt seinem Gegenüber die Antwort schon in den Mund: „Logo, alles okay.“ Bei Marin ist gar nichts okay.
Alleine sitzt sie im Studentenwohnheim im eisigen, verschneiten Durchess County, Upstate New York. Es ist Weihnachten. Der angekündigte Besuch ihrer einmal besten Freundin Mabel macht sie nervös. In Rückblenden erzählt die Autorin die Geschichte einer jungen Frau, die bei ihrem Großvater aufwächst, weil ihre Mutter im Meer ertrunken ist. Ihre Kindheit und Jugend ist auf der einen Seite liebevoll, auf der anderen Seite ziemlich wunderlich. Großvater und Enkelin leben zwar im gleichen Haus, aber keiner besucht die privaten Zimmer des anderen. Marin wüsste gerne mehr über ihre Mutter, ihr Großvater zeigt ihr das immer gleiche Bild und erzählt – nichts über sie. Als der Großvater verschwindet, findet Marin in seinem Zimmer ein Hinterzimmer, das einem Schrein gleicht. Voll mit Andenken an ihre Mutter. Hals über Kopf bricht sie auf von der West- an die Ostküste der USA, wo sie ein Studium beginnt. Alle Brücken hinter sich bricht sie ab, und auch zu Mabel, mit der sie nicht nur eine Freundschaft, sondern eine zarte Liebelei verbunden hat, hat sie keinen Kontakt mehr. Aber Mabel lässt sich nicht so einfach abschieben.Mein Fazit:
Ein sehr poetisches, absolut lesenswertes Buch, dessen Ende keine Wünsche offen lässt. Wunderschön fand ich auch das Cover, das man erst nach der Lektüre des Buches wirklich versteht.
Empfehlung:
Ist zwar ein Jugendbuch, kann aber genauso gut im Erwachsenenbuchbereich stehen - Hauptsache, es steht überhaupt in der Bibliothek!
Michaela Grüner, Stadtbibliothek Bruneck

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