2.10.20

Rote Kreuze

von Sasha Filipenko


Februar 2020 (Diogenes), 288 Seiten
 
Alexander ist ein junger Mann, der einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen muss und, um zu vergessen, in eine neue Wohnung zieht. Dort lernt er seine neue Nachbarin kennen: Tatjana, über neunzig Jahre alt und im Anfangsstadium von Alzheimer. Um nach Hause zu finden, macht sie auf den Türen der anderen Wohnungen rote Kreuze. Die beiden lernen sich kennen und Tatjana erzählt Alexander ihre Lebensgeschichte, die geprägt ist von den Wirren und Tragödien des 20. Jahrhunderts. Die beiden freunden sich an, und nach Tatjanas Tod macht sich Alexander auf, um das letzte Geheimnis in Tatjanas Leben zu ergründen. Mein Fazit:
Dieser Roman macht erschreckend deutlich, was viele Menschen in Russland in den Jahren des Zweiten Weltkrieges und danach erleiden mussten. Das Schicksal der neunzigjährigen Tatjana steht sinnbildlich für viele Menschen, die ähnliches erdulden mussten. Dieses Anliegen verfolgt auch der Autor, nämlich die Grausamkeiten des 20. Jahrhunderts nicht dem Vergessen anheim fallen zu lassen. Dafür hat er sehr gut und genauestens recherchiert. Trotz der traurigen Geschichte ist der Roman rührend geschrieben und liest sich sehr flüssig.

Empfehlung:
Für alle, die gern historische Romane lesen und die einen kleinen Einblick in die russische Geschichte des 20. Jahrhunderts haben möchten. Einfach zu lesen!

Karin Marini, Bibliothek Kaltern

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