September 2019 (Arctis), 235 Seiten

Ilse ist 15 und schwärmt für den feschen Hermann Rød. Alles wäre so einfach, wenn Ilse nicht Stern mit Nachnamen hieße und 1942 in Norwegen leben würde. Langsam und unbemerkt schleicht sich das Grauen in die Familie Stern. Vater Isak wird in einer Nacht- und Nebelaktion aus seiner Wohnung geholt. Wohin er gebracht wird, weiß keiner. Isaks Frau Hanna verfällt in eine Depression. Die 19-jährige Sonja, die von einer Karriere als Theaterschneiderin träumt, kümmert sich um Ilse und die fünfjährige Miriam.
Eines Nachts kommt Ilse nicht nach Hause. Es ist die Nacht, in der die restliche Familie nach Auschwitz deportiert wird. Und Ilse? „Beinahe Herbst“ ist eine fiktive Geschichte, der Roman beruht jedoch auf historischen Tatsachen. Von über 2000 Juden, die 1940 in Norwegen lebten, wurden 733 deportiert, nur 38 überlebten den Holocaust. Etwa 1000 Menschen konnten nach Schweden und Großbritannien fliehen oder versteckten sich im Land.Mein Fazit:
Ein beklemmendes Stück Zeitgeschichte über ein Land, das man nicht unbedingt mit dem Nationalsozialismus in Verbindung bringt. Eine Geschichte über Zivilcourage und Mut, über Wegschauen und das richtige oder das falsche Tun.
Empfehlung:
Einfach und leicht zu lesen, dabei informativ und gut recherchiert. Eigentlich ein Jugendbuch, aber gleich gut im Erwachsenenbereich einzustellen. Unbedingt kaufen!
Michaela Grüner, Stadtbibliothek Bruneck
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