von Carsten Henn
Eine leise Geschichte um Carl Kollhoff (über 70 Jahre) und Schascha (9
Jahre). Im Leben des Buchhändlers dreht sich alles nur um Bücher und
seine Kunden. Er bringt ihnen die bestellten Bücher nach Dienstschluss
persönlich nach Hause, liebevoll verpackt, und weiß bei einem kleinen
Plausch stets wieder ein passendes Buch zu empfehlen. Insgeheim verpasst
er jedem seiner Leser einen eigenen Namen, den er für treffend hält und
mit einem bestimmten Buch verbindet, z.B. gibt es da eine Effi oder
einen Herkules. Schon seit vielen Jahren betreut er so seine Kunden und
freut sich jeden Tag auf die Begegnung mit ihnen. Der jungen Chefin
aber, die jetzt im Laden alles umstrukturieren will, ist er ein Dorn im
Auge, weshalb sie ihn einfach entlässt.
Carl will sich nicht unterkriegen lassen, darf aber nicht mehr in den
Laden zurück, weshalb er seinen Dienst einfach auf eigene Kosten
weiterführt. Auf seinen Dienstgängen lernt er die quirlige Schascha
kennen. Anfangs ist er ihr gegenüber sehr zurückhaltend und skeptisch,
aber Schascha überzeugt ihn mit ihrer Rationalität und „gesunder
Menscheneinschätzung“. Dieses listige Persönchen nennt ihn den
„Buchspazierer“, lässt sich nicht abschrecken und begleitet ihn auf
seinen täglichen Touren. Dabei entsteht zwischen den beiden eine ganz
besondere Freundschaft. Schascha lernt viel von Carl, weiß aber auch
schon sehr bald, welches Buch den Kunden noch gefallen oder nützlich
sein könnte. Anfangs holt Carl sich die Bücher bei einem alten
Bekannten, später als er kein Geld mehr dafür bezahlen kann, verpackt er
seine eigenen Bücher, wobei zuhause sein Regal immer leerer wird. Als
eines Tages Schascha nicht wie gewohnt erscheint, beginnt eine
aufregende Zeit, nicht nur für Carl …
Mein Fazit:
Ein feines Buch mit einer bewegenden Geschichte, die aber nie weinerlich
wird, sondern immer wieder ein Schmunzeln hervorzaubert.
Nelly Gamper, Bibliothek Haslach

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