19.3.21

Der Buchspazierer

von Carsten Henn
November 2020 (Pendo), 224 Seiten
 
Eine leise Geschichte um Carl Kollhoff (über 70 Jahre) und Schascha (9 Jahre). Im Leben des Buchhändlers dreht sich alles nur um Bücher und seine Kunden. Er bringt ihnen die bestellten Bücher nach Dienstschluss persönlich nach Hause, liebevoll verpackt, und weiß bei einem kleinen Plausch stets wieder ein passendes Buch zu empfehlen. Insgeheim verpasst er jedem seiner Leser einen eigenen Namen, den er für treffend hält und mit einem bestimmten Buch verbindet, z.B. gibt es da eine Effi oder einen Herkules. Schon seit vielen Jahren betreut er so seine Kunden und freut sich jeden Tag auf die Begegnung mit ihnen. Der jungen Chefin aber, die jetzt im Laden alles umstrukturieren will, ist er ein Dorn im Auge, weshalb sie ihn einfach entlässt. Carl will sich nicht unterkriegen lassen, darf aber nicht mehr in den Laden zurück, weshalb er seinen Dienst einfach auf eigene Kosten weiterführt. Auf seinen Dienstgängen lernt er die quirlige Schascha kennen. Anfangs ist er ihr gegenüber sehr zurückhaltend und skeptisch, aber Schascha überzeugt ihn mit ihrer Rationalität und „gesunder Menscheneinschätzung“. Dieses listige Persönchen nennt ihn den „Buchspazierer“, lässt sich nicht abschrecken und begleitet ihn auf seinen täglichen Touren. Dabei entsteht zwischen den beiden eine ganz besondere Freundschaft. Schascha lernt viel von Carl, weiß aber auch schon sehr bald, welches Buch den Kunden noch gefallen oder nützlich sein könnte. Anfangs holt Carl sich die Bücher bei einem alten Bekannten, später als er kein Geld mehr dafür bezahlen kann, verpackt er seine eigenen Bücher, wobei zuhause sein Regal immer leerer wird. Als eines Tages Schascha nicht wie gewohnt erscheint, beginnt eine aufregende Zeit, nicht nur für Carl …

Mein Fazit:
Ein feines Buch mit einer bewegenden Geschichte, die aber nie weinerlich wird, sondern immer wieder ein Schmunzeln hervorzaubert.

Nelly Gamper, Bibliothek Haslach

 

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