30.4.21

Wer alles weiß, hat keine Ahnung

von Horst Evers
Januar 2021 (Rowohlt), 240 Seiten

Das Buch ist eine Sammlung von nicht ganz so langen Geschichten aus dem Leben von Horst Evers. Dabei weiß derjenige, der den Autor kennt, dass es ganz und gar nicht um „normale Erzählungen“ geht. Sondern um Dinge, die uns allen auch im täglichen Leben geschehen, wir aber nicht immer den nötigen Humor besitzen, um alles mit der gewissen Gelassenheit zu überstehen.

Da geht es zum Beispiel um die verschiedenen Möglichkeiten einer Authentifizierung bei der Benutzung des Handys. Da kann man schon mal einer Frau helfen, dessen Mann gerade nicht zur Verfügung steht. Und weil der Autor ihm ein wenig ähnlich sieht, funktioniert die so sichere Gesichtserkennung einwandfrei. Da gibt es aber auch noch eine Steigerung der Authentifizierungsmethoden; wer die 17-Faktor-Authentifizierung beherrscht, darf sich auf jeden Fall noch ein Bier gönnen! Wir lernen auch vieles über Berufe, insbesondere über die dreizehn verschiedenen Berufe, die der Autor mehr oder weniger lange in seinem Leben ausgeübt hat. Einblicke in die Kindererziehung von heute und von der des Autors bewirken wohl manchmal ein eher schiefes Lächeln. Wenn man aber von der Metzgerei liest, die mit „veganfreier Wurst“ wirbt, und sich so einen treuen Kundenstock aufgebaut hat, beginnt man doch über einiges nachzudenken …

Mein Fazit:
Mit seiner Wortgewandtheit kann Horst Evers lang und breit über die einfachsten Dinge ganz eindringlich sprechen und lässt in unseren Köpfen die tollsten und wildesten Bilder entstehen.

Empfehlung:
Wer Lust hat, etwas schelmisch auf die „Blüten der heutigen Zeit“ zu blicken, hat Spaß an diesem Buch. Ich empfehle, es in „kleinen Dosen“ zu genießen, dann hat man länger Freude daran.

Nelly Gamper, Bibliothek Haslach

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