von Tove Ditlevsen
Januar/Februar 2021 (Aufbau-Verlag)
Die "Kopenhagen-Trilogie" ist die Autobiografie der dänischen Schriftstellerin Tove Ditlevsen (1917 – 1976). Während ihre Romane in Dänemark in den Schulen zur Pflichtlektüre gehören, wurde die Trilogie erst 2021 auf deutsch veröffentlicht. Die Autorin beschreibt im ersten Band zunächst ihre durch Armut geprägte Kindheit, die sie im Kopenhagener Arbeiterviertel verbracht hat. Mit 14 musste sie die Schule verlassen, um als Dienstmädchen zu arbeiten. Bereits in dieser Zeit schrieb sie ihre ersten Gedichte. Im zweiten Band Jugend zieht Tove aus ihrem Elternhaus aus, wird Bürogehilfin, sie lernt ihren ersten Mann, den um 30 Jahre älteren Mann Viggo Frederik Møller kennen und veröffentlicht erste Gedichte. Im dritten Band Abhängigkeit beschreibt sie ihre gescheiterten Ehen und das Abrutschen in die Medikamenten-Abhängigkeit.
Mein Fazit:Mit einprägsamen, klaren Worten schreibt Ditlevsen über ihr Leben, über ihren Drang, zu schreiben und dem Bedürfnis nach Unabhängigkeit. Vor allem sind Band eins und zwei auch sehr eindrucksvolle Milieustudien und ein klares Zeugnis von der Stellung der Frauen in dieser Zeit. Band drei hebt sich ein wenig von den anderen Bänden ab; der Leserin wird inhaltlich schon einiges zugemutet, die Abhängigkeit von ihrem psychisch kranken Mann und seinen Medikamentengaben werden in aller Härte dargestellt.
Empfehlung:
Die drei dünnen Bändchen sind für alle Bibliotheken geeignet.
Sigrid Klotz, Bibliothek Frangart

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