28.1.22

Esther und Salomon

von Elisabeth Steinkellner
März 2021 (Tyrolia), 336 Seiten

Elisabeth Steinkellners Versepos „Esther und Salomon“ ist ein Wahnsinnsbuch. Der aus der Perspektive von Esther geschriebene erste Teil erzählt die Geschichte des letzten gemeinsamen Urlaubs mit den Eltern, die sich nicht mehr verstehen. Esthers kleine Schwester Flippa freundet sich am Strand mit der gleichaltrigen Aishe an. Und Esther lernt Aishes Bruder Salomon kennen. Die zarte Liebesgeschichte endet abrupt mit dem Ende des Urlaubs.

Die Geschichte beginnt noch einmal von vorne aus der Perspektive von Salomon, der mit seiner Mutter über das Meer geflüchtet ist. Aishe ist nicht seine Schwester. Ihr Bruder und ihre Mutter sind bei der Überfahrt ertrunken. Und jetzt hat Salomons Mutter einen neuen Freund und alles scheint so furchtbar kompliziert. Salomon sehnt sich nach Esther, traut sich aber nicht, sie anzurufen. Zwar schreiben sich die beiden Briefe, miteinander telefonieren können sie jedoch erst dann, als etwas Schreckliches in Salomons Leben passiert. Fantastisch die Polaroids in Esthers Teil und die Illustrationen in Salomons Teil. Und das Ende.

Mein Fazit:
Wenn ich jemanden für den Jugend-Literaturpreis nominieren könnte, würde ich Elisabeth Steinkellner vorschlagen.

Empfehlung:
Ein Must-Have für jede Bibliothek. Gerne in die Erwachsenenabteilung stellen, wenn es keinen Jugendbuchbereich gibt. Ansonsten besonders für Lesemuffel empfohlen - wahrscheinlich das erste und letzte 331-Seiten-Buch :o)

Michaela Grüner, Stadtbibliothek Bruneck

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