11.2.22

Herren der Lage

von Castle Freeman
Juli 2021 (Hanser), 184 Seiten

Wenn ich im Kino säße, würde ich mir unter diesem Titel einen tollen Western aus den 1960ern erwarten. Und genau das habe ich hier auch gelesen. Die Bilder dazu sind sogleich in meinem Kopf entstanden. Ein Genuss!

Die Geschichte führt uns nach Cardiff im nordamerikanischen Vermont, das sich fast als langweiliges Dorf darstellen könnte – wenn es da nicht verschiedene interessante Figuren gäbe ... Lucian Wing ist der Sheriff. Er stammt aus dem Ort und kennt seine Leute sehr gut, weshalb er sehr viel Verständnis für sie aufbringt und in jeder Situation für Deeskalation sorgen will. Er braucht keine große Mannschaft, nur einen recht jungen und einfach gestrickten Deputy. Und wenn wirklich Not am Mann ist, sind seine Leute und die Bewohner von Cardiff zuverlässig zur Stelle. So ist das tägliche Leben gewiss nicht aufregend. Bis eines Tages ein distinguierter Herr auftaucht und recht bestimmt behauptet, die verschwundene Tochter seines berühmten Auftraggebers nach Hause bringen zu müssen. Da macht sich der Sheriff auf, um mit dessen Leibwächtern diese Sache zu erledigen. Doch jetzt stellt er fest, dass er doch besser seinem Instinkt gefolgt wäre beim Umgang mit den „Großmäulern aus der Stadt“. Und von Langeweile kann keine Rede mehr sein! Dafür sorgt auch Big John, ein Keiler, der immer wieder einzufangen ist.

Mein Fazit:
Die Dialoge in diesem Buch sind eher leise, gleichzeitig auch tiefgründig, und zaubern beim Leser immer wieder ein Lächeln herbei. Ich wusste vorher nicht, dass dies schon der dritte Band der Serie ist, habe aber keine Info-Lücken zu den Personen zu beklagen. Einziges Manko: das Buch ist zu schnell ausgelesen! Bleibe neugierig auf einen weiteren Folgeband.

Nelly Gamper, Bibliothek Haslach

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