Der Autor erzählt in der ersten Person von einer Familie, die schon seit über 25 Jahren in Deutschland lebt, aber dennoch die alte Heimat im Herzen trägt. Nur der Sohn scheint gut eingebürgert zu sein, er spricht besser sächsisch als die „Eingeborenen“ und verspürt den großen Wunsch, einen deutschen Pass zu besitzen. Deshalb macht er sich auf den beschwerlichen Weg durch die Bürokratie, die nicht nur in den westlichen Staaten den Alltag beherrscht. Manchmal bittersüß, manchmal sehr amüsant, erzählt er von seinem Bestreben, von diesem Land als seiner Heimat sprechen zu können. Die zuständige Beamtin braucht nur noch eine kleine Apostille, dann sind alle Papiere bereit. Problem: Diese muss in Kiew direkt beantragt und abgeholt werden. Da seine Familie heute noch sehr verklärt von der Zeit in Kiew spricht, obwohl sie das Land verlassen musste, weil es dort keine Aussichten gab, einigermaßen zu überleben, glaubt Dima, alles schnell erledigen zu können. In der Ukraine angekommen, sieht er sich alsbald nicht nur mit der Vergangenheit der eigenen Familie konfrontiert, sondern auch mit den Gepflogenheiten in diesem Land, die wir eigentlich Korruption nennen, dort aber „Entdankung“ heißt. So vergeht die Zeit sehr schnell, die Apostille aber ist noch nicht bereit. Trotzdem bleibt Dima recht gelassen, was sich ändert, sobald die Familie aus Deutschland anreist. Sein Vater hat große gesundheitliche Probleme und will sich hier behandeln lassen, weil er das in Deutschland mangels Versicherung nicht tun kann. In dieser gemeinsamen Zeit findet die Familie langsam wieder zusammen, um vielleicht doch noch irgendwo, irgendwie eine Heimat zu finden und die eigene Vergangenheit aufzuarbeiten.
Mein Fazit:
Dieses dünne Buch schafft es, dem Leser sehr oft ein Schmunzeln zu entlocken, während man von vielen bürokratischen Absurditäten und tiefen menschlichen Gefühlen erfährt, die dem Erzähler widerfahren auf der Suche nach den eigenen Wurzeln.
Dieses dünne Buch schafft es, dem Leser sehr oft ein Schmunzeln zu entlocken, während man von vielen bürokratischen Absurditäten und tiefen menschlichen Gefühlen erfährt, die dem Erzähler widerfahren auf der Suche nach den eigenen Wurzeln.
Empfehlung:
Kann man jedem in die Hand drücken!
Kann man jedem in die Hand drücken!
Nelly Gamper, Bibliothek Haslach

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