Der Klappentext, nicht das Cover, war Anlass dafür, dass ich das Buch zum Lesen mit nach Hause genommen habe. Er hat meine Neugier geweckt, dabei verrät er gar nicht mal so viel: „Rika, eine junge Journalistin in Tokio, recherchiert über die Serienmörderin Manako Kajii, die Männer mit ihren Kochkünsten verführt und anschließend umgebracht haben soll.“ So der erste Satz des Klappentextes.
Ja, es geht um Manako, aber noch viel mehr geht es in dem Roman um Rika, die sich im Laufe des Romans entscheidend verändert, eine Entwicklung durchmacht, die sie zu einem anderen Menschen macht. Manako hat daran einen gewissen Anteil. Doch genauso haben die Arbeitsbedingungen (Rika arbeitet wie die meisten in ihrer Branche von frühmorgens bis spätabends; es ist normal, um zwei Uhr in der Nacht in den Büros noch Menschen beim Arbeiten anzutreffen, denn nur so kommt man nach oben - und Rika möchte nach oben) und Art der Beziehung zwischen Frauen und Männern (sehr traditionell, zutiefst patriarchal) Anteil an den Veränderungen, die Rika unter dem Einfluss Manakos verwandeln. Ein Entwicklungsroman also? In gewisser Hinsicht. Andererseits spielt im Roman auch Butter eine nicht unwesentliche Rolle. Manako liebt Butter, schwärmt von Butter, kennt Unmengen von Gerichten, für deren Zubereitung Butter essentiell ist. Butter ist nährend, kalorienreich, geschmacksintensiv, ja, sie gibt sogar ein Gefühl der Wärme. All das ist in Rikas Umfeld verpönt. Frauen lassen sich nicht gehen, Frauen essen gesunde Gerichte, kochen selbst und natürlich für ihre Männer. Butter ist fett, ungesund und macht dick. Doch Rika lernt Butter zu essen und das Kochen zu lieben, so wie sie lernt, sich über Konventionen hinwegzusetzen.Mein Fazit:
Auch wenn das Buch manchmal sprachlich nicht ganz überzeugen kann, so ist es allemal äußerst lesenswert, weil es höchst eigenwillige Einblicke in das Leben einer modernen jungen japanischen Frau gibt.
Sonja Hartner, Stadtbibliothek Bruneck

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