23.12.22

 Tea Time

von Ingrid Noll 
Oktober 2022 (Diogenes), 320 Seiten

Nina und Franzi, zwei Freundinnen aus dem Klub der Spinnerinnen, laden hier zur gemütlichen Teerunde ein. Die „Vereinsschwestern“ treffen sich regelmäßig zu einem netten Plausch; gelegentlich wird es dann fast eine Beratungsstunde, weil es die Seele braucht. Man hat ja so seine Alltagssorgen bei der Arbeit, mit der eigenen Familie, mit dem Partner oder weil eben dieser fehlt.

Wer kann da besser helfen als eine Freundin! Jede der Freundinnen hat eine ganz eigene Lebensgeschichte, die sehr von den Macken der Frauen geprägt ist, die wir recht unkompliziert miterleben dürfen. Als Nina eines Tages ihre Tasche auf einer Parkbank vergisst, ist sie zuerst betrübt und dann ratlos. Ein hilfsbereiter Herr bringt ihr das kostbare Fundstück zurück, will sich aber nicht mit einem Finderlohn abspeisen lassen, sondern will mehr. Deshalb bittet sie Franzi um Rat. Als dann auch der Nachbar sie vor den Bedrängungen des Unbekannten zu schützen versucht, beginnt eine spannende Verkettung von Ereignissen, die nicht nur eine Vernetzung von Einzelschicksalen zur Folge hat.

Mein Fazit:
Ein Krimi, bei dem man oft schmunzeln kann. Ingrid Noll versteht es prächtig, bestimmte Aspekte der Lebenssituationen so realistisch zu beschreiben und gleichzeitig aus verschiedenen Blickwinkeln darzustellen, sodass man sich sogleich mitten in der Handlung befindet. Für jedes Problem gibt es eine scheinbar einfache Lösung, die manchmal aber erstaunliche Konsequenzen hervorruft. Wie gewohnt ist dies ein flott lesbarer Krimi für entspannende Stunden. Vielleicht aber fragt man sich am Ende, ob man selbst auch eine Leiche im Keller versteckt hat ...

Nelly Gamper, Bibliothek Haslach

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