Esther Bejarano (1924-2021) hat das KZ Auschwitz-Birkenau überlebt, weil ihre Großmutter väterlicherseits katholisch war und weil sie Akkordeon spielen konnte und aus diesem Grund in das Mädchenorchester von Auschwitz aufgenommen wurde. Das Buch ist ein Interview, das sie kurz vor ihrem Tod dem Journalisten Sascha Hellen und zwei Jugendlichen gibt.
Sie erzählt vor allem von ihrem Leben nach dem Holocaust, wie sie ihren Schock teilweise überwinden konnte, wie sie Tag für Tag für Menschlichkeit und Toleranz plädiert, von ihrer Reise nach Israel, um der deutschen Unwissenheit zu entfliehen, von ihrer Rückkehr nach Deutschland und ihrem auch musikalischen Kampf gegen Rechtsextremismus (ab 2009 Sängerin in der Rapgruppe Microphone Mafia) bis zu ihrem letzten Tag und von ihrem Aufruf, nie über die Judenverfolgung zu schweigen.Mein Fazit:
Weil das Buch in Interviewform geschrieben ist, liest es sich leicht und zügig. Ich habe vor allem den Erfahrungsbericht vom Leben danach geschätzt, weil sich darüber weniger Material findet. Esther Bejarano spricht von Toleranz und Menschlichkeit, von Kultur und Musik; so wird ihr Bericht nicht so schwermütig wie andere Bücher über die nationalsozialistische Zeit. Außerdem bekommt man auch Einblick in die politische Szene Israels und Deutschlands in der Nachkriegszeit.
Empfehlung:
Für alle, die sich für die Judenverfolgung und starke Frauenbilder interessieren.
Silvia Costabiei, Schulbliotheken Gadertal

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