von Satoshi Yagisawa
April 2023 (Insel), 189 Seiten
In Tokio gibt es das größte Bücher-Stadtviertel der Welt, das Jimbocho. Und hier befindet sich die Buchhandlung, in der diese Geschichte spielt. Die junge Takako erzählt, wie es gekommen ist, dass sie in dieser Buchhandlung eine wichtige Zeit ihres Lebens verbrachte. Eigentlich führte sie seit einem Jahr ein ruhiges Leben, hatte eine gute Arbeitsstelle in einer Firma, wo auch ihr Freund arbeitete. Als er ihr dann plötzlich verriet, dass er in einem Jahr heiraten würde, aber nicht Takako, sondern seine eigentliche Verlobte, stürzte sie in ein tiefes Loch.
Und deshalb beschloss sie, ihre Arbeit zu kündigen, ihre Wohnung aufzugeben und zum Onkel in das Bücherviertel zu ziehen. Er führt dort ein kleines Antiquariat und will Takako bei sich unterbringen. So erfahren wir in einfacher, schnörkelloser Sprache von einer für sie schweren Zeit. Der Onkel ist ein unaufgeregter, zufriedener Mann, der, nachdem seine Frau ihn verlassen hat, alle Widrigkeiten des Lebens meistert, indem er sie wehrlos akzeptiert. Eher unaufdringlich wird hier dem Leser japanische Kultur und japanische Weisheiten vermittelt. Im zweiten Teil des Buches erscheint die Tante wieder in der Buchhandlung und kümmert sich fortan ganz selbstverständlich um die junge Takako. Und bei gelegentlichen eher intimen Gesprächen erklärt sie ihr auch, wie es trotz einer höflichen und rücksichtsvollen Lebensweise manchmal zu Missverständnissen und Geheimnissen kommt. So hat die Zeit in der Buchhandlung Morisaki der jungen Takako zu einer erstaunlichen Entwicklung verholfen.Mein Fazit:
Das schöne Cover des Buches hat mich gefangen, so musste ich es unbedingt lesen. Die Geschichte ist interessant und flüssig erzählt, man taucht ein wenig in die japanische Mentalität ein. Bei mir hat es nicht nur einen besonderen Eindruck, sondern auch eine beruhigende Wirkung hinterlassen.
Nelly Gamper, Bibliothek Haslach
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen