22.9.23

Ein Hund kam in die Küche

von Sepp Mall
August 2023 (Leykam), 192 Seiten

Ludi ist zwölf Jahre alt und erlebt, wie seine Familie zur Zeit der Option von Südtirol ins Deutsche Reich auswandert. Der schwer behinderte kleine Bruder stirbt in einer Heilanstalt, während der Vater an die Front muss. Sepp Mall ist ein bewegender Roman über die Optionszeit in Südtirol gelungen, der gekonnt aus der kindlichen Sicht eines Jungen erzählt wird. Auch spricht Mall mit diesem Buch das Thema der Aussonderung und Ermordung von behinderten Kindern im Dritten Reich an.

Mein Fazit:
Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat, war, dass es aus der Perspektive eines 12-Jährigen geschrieben ist, aber auch die Beschreibungen der Natur in der alten und neuen Heimat, z.B. des bedrohlichen Flusses Donau, an dem Lubi mit seinem neuen Freund Siegfried spielt, sind sehr eindringlich und poetisch. Lubis Gefühle in der neuen Heimat, sein Fremd-Sein, sein Heimweh, die Trauer über den Tod des Bruders, über die Härte der Zeit, über die Härte des Vaters – alles dies schafft Mall eindrucksvoll zu erzählen. Und nicht zuletzt geht es auch um das Unverständnis zwischen der Kinder- und der Erwachsenenwelt.

Marcel Zischg

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