von Johannes Herwig
Januar 2023 (Gerstenberg), 240 Seiten
Seit der ersten Klasse Grundschule sind Jarno, Engel, Timo und Sascha eng befreundet. Sie treffen sich nach der Schule in einem Abbruchhaus, drehen krumme Dinger und denken sich ständig neue, immer extremere Mutproben aus, die einer von ihnen erfüllen muss. Das Leben der vier in einer ostdeutschen Großstadt kurz nach der Wende scheint vorbestimmt.
Doch dann kommt Marcel in Saschas Klasse. Und Sascha stellt ihn seinen Freunden vor. Die Mutprobe, mit der er in die Gruppe aufgenommen werden soll, scheint so einfach, und doch ist danach nichts mehr, wie es war und die Freundschaft der Jungs zerbricht ...Mein Fazit:
Eine Geschichte über Freundschaft und Schuld, über das Erwachsenwerden am Rand der Geschichte. Sehr gut gezeichnet Sascha mit seinen zwei Gesichtern. Der vordergründig Coole, Uninteressierte kümmert sich verantwortungsvoll und liebevoll um seine Halbschwester Jacky, die gerade in die Schule kommt, und um seine Mutter, die zwischen Arbeit und Sorge ums Geld oft nicht zur Ruhe kommt. Das Buch wirkt an manchen Stellen etwas unfertig, der großartige Protagonist macht das aber wett. Ein versöhnliches Ende, weil Sascha über seinen Schatten springt und endgültig erwachsen wird.
Empfehlung:
Das Figurenensemble und der Protagonist sind fast ein bisschen Vintage. Ein typischer Jugendroman, in dem sich Erwachsene in der Zeit zurück versetzt fühlen.
Michaela Grüner, Stadtbibliothek Bruneck

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