von Alex Capus
Beschreibung:
Nach dem großen Erfolg von „Leon und Louise“ hat der Schweizer Schriftsteller Alex Capus einen neuen historischen Roman vorgelegt. Zürich Hauptbahnhof im Herbst 1924: die 11-jährige Laura D'Oriano sitzt im Orientexpress auf dem Weg von Istanbul nach Paris. Die Eltern, ein Künstlerpaar, er Pianist, sie Sängerin, sind jahrelang durch die Nachclubs des Orients getingelt und wollen sich in Marseille zur Ruhe setzen. Laura schwört, eine bessere Sängerin als ihre Mutter zu werden. Sie will auf jeden Fall Karriere machen. Der 19-jährige Felix Bloch beobachtet beim Geräteschuppen die ein- und ausfahrenden Züge. Er ist ein glühender Pazifist und ein begnadeter Physiker. Er wird später Assistent von Heisenberg werden. Der Kunstmaler Emile Gillieron ist auf dem Weg zum Genfer See: auf Wunsch seines verstorbenen Vaters soll er dessen Asche ins Wasser streuen. Ob das wirklich an ein- und demselben Tag passiert ist, ist nicht verbürgt. Es könnte so gewesen sein, dass die drei Figuren, die wirklich gelebt haben, sich am Zürcher Hauptbahnhof begegnet sind. In der Literatur ist es auf jeden Fall möglich. So wie die Züge in alle Richtungen davon fahren, so trennen sich die Wege der drei Helden. Laura D'Oriano wird trotz Gesangsausbildung Kabarettsängerin und später Spionin für den französischen Geheimdienst. Der Pazifist Felix Bloch arbeitet auf Seiten der Amerikaner mit an der Entwicklung der Atombombe nach der Devise: wenn wir die Bombe nicht bauen, dann baut sie Hitler. Emile Gillierion hilft Heinrich Schliemann, historische Funde zu rekonstruieren.
Mein Fazit:
So wie in Gillerions Kunst die Grenzen zwischen Kopie, Fälschung und Original verschwimmen, so ähnlich geht auch der Autor vor: Er ergänzt die Leerstellen in den Biografien seiner drei Helden mit der Fantasie. Ein Autor darf das. Capus macht das meisterhaft. Der Roman lebt vom langsamen, leichten Erzählstil und den kunstvoll gezeichneten Szenen. Ein Lesegenuss!
Beschreibung:
Nach dem großen Erfolg von „Leon und Louise“ hat der Schweizer Schriftsteller Alex Capus einen neuen historischen Roman vorgelegt. Zürich Hauptbahnhof im Herbst 1924: die 11-jährige Laura D'Oriano sitzt im Orientexpress auf dem Weg von Istanbul nach Paris. Die Eltern, ein Künstlerpaar, er Pianist, sie Sängerin, sind jahrelang durch die Nachclubs des Orients getingelt und wollen sich in Marseille zur Ruhe setzen. Laura schwört, eine bessere Sängerin als ihre Mutter zu werden. Sie will auf jeden Fall Karriere machen. Der 19-jährige Felix Bloch beobachtet beim Geräteschuppen die ein- und ausfahrenden Züge. Er ist ein glühender Pazifist und ein begnadeter Physiker. Er wird später Assistent von Heisenberg werden. Der Kunstmaler Emile Gillieron ist auf dem Weg zum Genfer See: auf Wunsch seines verstorbenen Vaters soll er dessen Asche ins Wasser streuen. Ob das wirklich an ein- und demselben Tag passiert ist, ist nicht verbürgt. Es könnte so gewesen sein, dass die drei Figuren, die wirklich gelebt haben, sich am Zürcher Hauptbahnhof begegnet sind. In der Literatur ist es auf jeden Fall möglich. So wie die Züge in alle Richtungen davon fahren, so trennen sich die Wege der drei Helden. Laura D'Oriano wird trotz Gesangsausbildung Kabarettsängerin und später Spionin für den französischen Geheimdienst. Der Pazifist Felix Bloch arbeitet auf Seiten der Amerikaner mit an der Entwicklung der Atombombe nach der Devise: wenn wir die Bombe nicht bauen, dann baut sie Hitler. Emile Gillierion hilft Heinrich Schliemann, historische Funde zu rekonstruieren.
Mein Fazit:
So wie in Gillerions Kunst die Grenzen zwischen Kopie, Fälschung und Original verschwimmen, so ähnlich geht auch der Autor vor: Er ergänzt die Leerstellen in den Biografien seiner drei Helden mit der Fantasie. Ein Autor darf das. Capus macht das meisterhaft. Der Roman lebt vom langsamen, leichten Erzählstil und den kunstvoll gezeichneten Szenen. Ein Lesegenuss!

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