6.9.13

Voll Speed

von Moritz Matthies

Eigentlich könnte Ray ein bequemes Leben führen: Er lebt als Erdmännchen in kostenloser Vollpension in einem schönen Gehege im Berliner Zoo und könnte sich einfach nur die Sonne auf den Bauch scheinen lassen – was Erdmännchen im Allgemeinen ja sehr gerne tun. Doch während sein brutaler, aber etwas dümmlicher älterer Bruder Rocky mittlerweile Clanchef ist und sich sein überaus intelligenter jüngerer Bruder Rufus als Technikfreak einen Namen macht, sieht sich Ray als Privatdetektiv. Einen großen Fall hat er letzten Sommer schon abgeschlossen, gemeinsam mit seinem menschlichen Freund Phil, der seltsamerweise die Tiersprachen versteht. Nun stolpert er prompt in sein nächstes Abenteuer: In der Abwasserröhre unter dem Zoo stoßen Rufus und er auf eine Leiche. Es ist Bruno, Phils ehemaliger Partner, der da in der Kanalisation herumdümpelt. Die Polizei tut den Todesfall als Unfall ab, aber Phil glaubt nicht daran – und Ray sieht sich dazu berufen, seinem melancholischen menschlichen Freund in der Ermittlungsarbeit beizustehen. Gleichzeitig gibt es unter den Tieren im Zoo ein Drogenproblem: Nicht nur mit Traubenzucker, sondern mit härteren Sachen puschen sich Nashörner, Flamingos und Rays Brüder eines jüngeren Wurfes zu Höchstleistungen auf. Dealt der Berggorilla Kong etwa mit illegalen Substanzen? Und warum haben die Kanalratten plötzlich Wurfgeschosse als Waffen? Ray ist entschlossen, auch das herauszufinden.
Ganz in der Tradition von Akif Pirincci und Leonie Swann lässt Moritz Matthies – übrigens ein Pseudonym – auch hier Tiere ermitteln. Schnoddrig-locker führt das Erdmännchen Ray den Leser in den Zooalltag ein, und der fiebert dann auch gleich mit, ob Ray seine angebetete Chinchilladame Elsa endlich rumkriegt. Und ganz nebenbei löst er zwei spannende Kriminalfälle, die letztendlich dann doch zusammengehören. Lässig und witzig!


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