17.10.14

Geschenkt

von Daniel Glattauer

Beschreibung:
Gerold Plassek arbeitet als Journalist bei der Gratiszeitung „Tag für Tag“. Neuerdings teilt er sein Büro am Nachmittag mit seinem 14-jährigen Sohn Manuel, weil dessen Mutter einen längeren Einsatz als Ärztin in Afrika hat. Bis vor Kurzem wusste Gerold nichts von der Existenz seines Sohnes. Und Manuel ahnt nicht, dass sein gänzlich unmotiviertes, lethargisches Gegenüber, das seine freie Zeit am liebsten in seiner Stammkneipe verbringt, sein Vater ist. Plötzlich kommt jedoch Bewegung in Gerolds Leben: Nach der Veröffentlichung seines Artikels über eine überfüllte Obdachlosenschlafstätte trifft dort wenig später eine anonyme Geldspende in der Höhe von 10.000 Euro ein, zusammen mit dem Zeitungsausschnitt von Gerolds Bericht. Damit setzt eine Serie von Geldspenden an Organisationen ein, über die Gerold schreibt. Manuel bittet ihn, über seinen tschetschenischen Basketballkollegen und seine Familie, welche aus Österreich abgeschoben werden sollen, zu schreiben. Die politisch Rechts ausgerichtete „Tag für Tag“ weigert sich jedoch, den Artikel zu drucken. Nun wird Gerold seit langer Zeit wieder richtig aktiv und beweist Mut, indem er kündigt. Die renommierte „Neuzeit“ aber veröffentlicht den Artikel, Gerold hat einen neuen Arbeitgeber und die Spendenserie geht weiter. Bald wird klar, dass dies alles kein Zufall sein kann und mit Gerold zu tun haben muss. Der aufgeweckte und engagierte Manuel unterstützt ihn bei seinen Sozialreportagen und möchte – viel mehr als sein Vater – herausfinden, wer der edle Spender ist. Irgendwann bekommt Gerold eine E-Mail, in welcher der unbekannte Gönner ankündigt, nur noch eine einzige Spende machen zu können, geknüpft an die Bedingung, dass sich Gerold in seinem nächsten Bericht einer Einrichtung für Alkoholkranke annimmt.

Fazit:
Eine berührende Geschichte mit der richtigen Portion Spannung. Gerolds Wandel vom Loser zu einem Menschen mit sozialem Verantwortungsgefühl, Familiensinn und dem wiedergewonnenen Glauben an das Leben und die Liebe (perfekt symbolisiert durch Wechsel von der Zeitung „Tag für Tag“ zur „Neuzeit“) könnte auf manche Leser etwas überzogen wirken, für mich ist er jedoch realistisch und überzeugend dargestellt.
Mehr noch als der Inhalt hat mich die Sprache Glattauers überzeugt: wundervolle Formulierungen, Wortspiele, feinsinniger, trockener Humor, so wie man es auch von den anderen Glattauer-Büchern gewohnt ist.

Empfehlung:
Ein wahrhaftes „Geschenk“ für Glattauer-Fans – und nicht nur!

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