21.11.14

Der Sohn

von Jo Nesbø

Der drogenabhängige Sohn eines Polizisten, der aus Scham über seine Maulwurftätigkeit Selbstmord beging, redet sich ein, für die Sünden seines Vaters büßen zu müssen, und gesteht deshalb mehrere Morde, die er gar nicht verübt hat. Im Gefängnis hält er sich aus den Gangbildungen heraus und nimmt jedem, der das möchte, eine Art Beichte ab. Als er während eines solchen Geständnisses jedoch erfährt, dass der Selbstmord seines Vaters nur fingiert war, bricht er aus dem Gefängnis aus und zieht als Racheengel für alle Vergehen, für die er bisher im Stillen gebüßt hat, durch Oslo. Dabei versucht er, den wahren Maulwurf zu finden und den Zwilling, den geheimnisvollen Boss aller Gangster, der im Hintergrund die Fäden zieht, zu stellen. Wird ihm das gelingen, ohne dass er wieder dem Heroin verfällt?

Der norwegische Krimikönig Jo Nesbø enttäuscht die hohen Erwartungen auch diesmal nicht. Obwohl man den Mörder von Anfang an kennt und als Leser jeden Mord miterlebt, bleibt die hohe Spannung bis zum Schluss bestehen. Wie kein anderer schafft es Nesbø, den Figuren seiner Krimis Leben einzuhauchen, sodass man mitfiebert und sich mit vielen Gedankengängen identifizieren kann. Ich wurde auch diesmal wieder so mitgerissen, dass ich das Buch ohne große Pausen in einem Zug gelesen habe, und dabei habe ich jedes Wort genossen. Auch wenn ich absoluter Harry Hole-Fan bin und brennend auf die Weiterführung seiner Geschichte warte - diese neuen Charaktere sind sehr vielversprechend und ich freue mich auch hier auf eine Fortsetzung. 
Empfohlen allen, die gerne nordische Krimis lesen.

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