von Alexia Casale
Beschreibung: Die 14-jährige Evie lebt bei ihren Adoptiveltern Amy und Paul, deren Sohn bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Nachdem Evie ihnen endlich von ihrer gebrochenen Rippe erzählt hat, wird ihr bei einer Operation das Stück zerstörter Knochen entfernt. Sie nimmt es mit nach Hause, und zusammen mit ihrem Adoptivonkel Ben schnitzt sie daraus einen Drachen, der ihr als Glücksbringer dienen und ihr neue Stärke verleihen soll. Schmerzen und schreckliche Erinnerungen an ihre Vergangenheit plagen Evie. Sie möchte vergessen und wünscht sich, dass ihr Knochendrache lebendig wird. Und ihr Wunsch scheint in Erfüllung zu gehen: Nachts erwacht der Drache, redet und unternimmt Ausflüge mit ihr, macht ihr Mut, fordert aber auch Geduld von ihr. Während Evie langsam wieder zu Kräften kommt, wird zunehmend klar, dass ihre neuen Eltern ihr nicht die Gerechtigkeit geben können, nach der sie sich sehnt, Gerechtigkeit für das, was ihr angetan wurde. Wird der Drache ihr helfen können?
Fazit:
„Manches muss man für sich behalten. Man darf es nicht unverblümt und unumwunden erzählen. Nein, man muss es umschreiben. Lücken und Leerstellen lassen. Andere Wörter dafür benutzen, umständlich und verschlungen erklären. Auf jeden Fall, was die schlimmsten Dinge betrifft. Sie müssen in einer Art Nebel bleiben. Wörter sind gefährlich.“ (S. 67)
Es handelt sich um eine Geschichte, in welcher vor allem am Beginn vieles nur angedeutet wird. Das erfordert zwar hohe Konzentration beim Lesen, hat aber auch den Vorteil, dass es zum Weiterlesen anregt und viel Platz für eigene Interpretationen lässt. Und manchmal sind es gerade die ungesagten Dinge, die einem am meisten beschäftigen. Trotzdem hätte ich mir an der einen oder anderen Stelle etwas mehr vom Text erwünscht, z. B. eine Antwort auf die unweigerliche Frage, warum die schrecklichen Dinge in Evies Vergangenheit passiert sind. Die Hauptfigur Evie, aus deren Sicht erzählt wird, ist authentisch gestaltet, man kann sich gut in sie hineinversetzen und fühlt sich ihr nah, obwohl sie eigentlich vieles verschweigt. Die anderen wichtigen Figuren, sprich die Adoptiveltern, Onkel Ben und die Nachhilfelehrerin, sind auch sehr lebendig und liebevoll gezeichnet, wirken allerdings manchmal ein bisschen überzogen. Nichtsdestotrotz ist es der Autorin gut gelungen, mit einem ruhigen, behutsamen, flüssigen Schreibstil sensible Themen wie Kindesmissbrauch, Angst und Verlust in ein Buch mit psychologischem Tiefgang zu packen. Der Drache verleiht dem Erzählten einen interessanten mystischen Aspekt und führt zu einem Ende, welches einige Fragen offen lässt – passend zur Geschichte.
(Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2014, Kategorie Jugendjury)
Empfehlung:
Für jugendliche und erwachsene LeserInnen, die sich gerne auf eine emotionale, von psychologischen Aspekten geprägte Geschichte mit einem Hauch Fantasy einlassen.
Beschreibung: Die 14-jährige Evie lebt bei ihren Adoptiveltern Amy und Paul, deren Sohn bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Nachdem Evie ihnen endlich von ihrer gebrochenen Rippe erzählt hat, wird ihr bei einer Operation das Stück zerstörter Knochen entfernt. Sie nimmt es mit nach Hause, und zusammen mit ihrem Adoptivonkel Ben schnitzt sie daraus einen Drachen, der ihr als Glücksbringer dienen und ihr neue Stärke verleihen soll. Schmerzen und schreckliche Erinnerungen an ihre Vergangenheit plagen Evie. Sie möchte vergessen und wünscht sich, dass ihr Knochendrache lebendig wird. Und ihr Wunsch scheint in Erfüllung zu gehen: Nachts erwacht der Drache, redet und unternimmt Ausflüge mit ihr, macht ihr Mut, fordert aber auch Geduld von ihr. Während Evie langsam wieder zu Kräften kommt, wird zunehmend klar, dass ihre neuen Eltern ihr nicht die Gerechtigkeit geben können, nach der sie sich sehnt, Gerechtigkeit für das, was ihr angetan wurde. Wird der Drache ihr helfen können?
Fazit:
„Manches muss man für sich behalten. Man darf es nicht unverblümt und unumwunden erzählen. Nein, man muss es umschreiben. Lücken und Leerstellen lassen. Andere Wörter dafür benutzen, umständlich und verschlungen erklären. Auf jeden Fall, was die schlimmsten Dinge betrifft. Sie müssen in einer Art Nebel bleiben. Wörter sind gefährlich.“ (S. 67)
Es handelt sich um eine Geschichte, in welcher vor allem am Beginn vieles nur angedeutet wird. Das erfordert zwar hohe Konzentration beim Lesen, hat aber auch den Vorteil, dass es zum Weiterlesen anregt und viel Platz für eigene Interpretationen lässt. Und manchmal sind es gerade die ungesagten Dinge, die einem am meisten beschäftigen. Trotzdem hätte ich mir an der einen oder anderen Stelle etwas mehr vom Text erwünscht, z. B. eine Antwort auf die unweigerliche Frage, warum die schrecklichen Dinge in Evies Vergangenheit passiert sind. Die Hauptfigur Evie, aus deren Sicht erzählt wird, ist authentisch gestaltet, man kann sich gut in sie hineinversetzen und fühlt sich ihr nah, obwohl sie eigentlich vieles verschweigt. Die anderen wichtigen Figuren, sprich die Adoptiveltern, Onkel Ben und die Nachhilfelehrerin, sind auch sehr lebendig und liebevoll gezeichnet, wirken allerdings manchmal ein bisschen überzogen. Nichtsdestotrotz ist es der Autorin gut gelungen, mit einem ruhigen, behutsamen, flüssigen Schreibstil sensible Themen wie Kindesmissbrauch, Angst und Verlust in ein Buch mit psychologischem Tiefgang zu packen. Der Drache verleiht dem Erzählten einen interessanten mystischen Aspekt und führt zu einem Ende, welches einige Fragen offen lässt – passend zur Geschichte.
(Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2014, Kategorie Jugendjury)
Empfehlung:
Für jugendliche und erwachsene LeserInnen, die sich gerne auf eine emotionale, von psychologischen Aspekten geprägte Geschichte mit einem Hauch Fantasy einlassen.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen